Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Medien Ungarn zentralisiert regierungsnahe Medien – Sorgen um Pressefreiheit
Nachrichten Medien Ungarn zentralisiert regierungsnahe Medien – Sorgen um Pressefreiheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 30.11.2018
Ungarns Ministerpräsident Victor Orbán soll die Zentralisierung persönlich verfügt haben, heißt es in einem oppositionellen Portal. Quelle: dpa/epa/Filip Singer
Budapest

Ungarns regierungstreue Privatmedien kommen unter noch straffere staatliche Kontrolle als bisher. Fast 500 Medienunternehmen, deren Produkte auf Regierungslinie liegen, wurden in einer Holding zusammengefasst, die diese Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsender nun zentral koordinieren soll. Die Holding trägt den Namen Mitteleuropäische Stiftung für Medien und Presse (Közep-Europai Sajto es Media Alapitvany) und soll vom Medienfachmann Gabor Liszkay geführt werden, einem treuen Weggefährten des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Ob das ungarische Kartellamt es billigt, dass insgesamt 476 Medienprodukte von ein und demselben Unternehmen produziert werden, war zunächst unklar.

Alarmstimmung bei Medienverbänden

Am Freitag schlug der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Alarm. Er forderte die EU-Kommission auf, „die Versuche der ungarischen Regierung, die Freiheit der Medien und den Pluralismus einzuschränken, als schwerwiegenden und systematischen Machtmissbrauch zu behandeln“, hieß es in einer Mitteilung des DJV aus Berlin. „Die Regierung Orban verstößt nicht zum ersten Mal gegen die Pressefreiheit“, betonte der DJV-Vorsitzende Frank Überall.

Ministerpräsident Orban habe diese Zentralisierung persönlich verfügt, aus Unzufriedenheit darüber, dass viele Staatsmittel unkontrolliert in den verschiedenen regierungsfreundlichen Medienunternehmen versickerten, berichtete das oppositionelle Portal „444.hu“. In den vergangenen Jahren wurde Ungarns Presselandschaft einschließlich der privaten Medien weitgehend auf Regierungslinie gebracht. Druckmittel waren die staatlichen Anzeigen, von denen die Presse lebt. Die wenigen kritischen Medien bangen um ihr wirtschaftliches Überleben.

Von dpa / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Etwas vergleichbares gab es bis 1978 nicht: Die Serie „Holocaust“ mit Meryl Streep thematisierte zum ersten Mal vor Massenpublikum die Schrecken der Judenverfolgung. Nun soll die Serie 40 Jahre später wieder im Fernsehen laufen.

30.11.2018
Medien „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ - Dschungelcamp 2019: RTL gibt offiziellen Starttermin bekannt

„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist eines der ersten großen Fernsehereignisse des Jahres. Nun hat RTL den offiziellen Starttermin fürs Dschungelcamp bekannt gegeben.

13.12.2018

„heute-journal“-Moderator: Claus Kleber über seine Menschenrechts-Doku „Unantastbar – Der Kampf für Menschenrechte“ (Dienstag, 4. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF), die USA unter Trump und wo er lieber nicht gedreht hat

30.11.2018