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Von RTL zu Amazon: „Deutschland 83“ geht weiter

„Deutschland 86“ Von RTL zu Amazon: „Deutschland 83“ geht weiter

Starke Kritiken, schlechte Quoten: Die Fortsetzung der viel diskutierten Spionageserie „Deutschland 83“ kommt 2018 – diesmal geht es um das Jahr 1986. Im Zentrum stehen DDR-Agenten in Afrika.

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„Fühl die Spannung!“: Maria Schrader als DDR-Agentin Leonora Rauch.

Quelle: Amazon

Berlin. Ein ausgedienter Mercedes-Laster holpert über eine staubige Straße im südwestafrikanischen Angola. Auf der Ladefläche sitzt DDR-Spionin Leonora Rauch (Maria Schrader) zwischen schwer bewaffneten Rebellen. Plötzlich fallen Schüsse. Der Laster stoppt. Die Kamera zoomt auf ein Messer an Schraders Kehle. „Fühl die Spannung. Draußen hört man Schritte. Keiner weiß, was los ist!“, ruft Regisseur Florian Cossen („Das Lied in mir“). Cossen und Team filmen auf einem ehemaligen Fabrikgelände im südafrikanischen Kapstadt die Fortsetzung der Spionageserie „Deutschland 83“.

Sie soll 2018 beim Streaming-Dienst Amazon Prime Video zu sehen sein. Die Serie spielt 1986 in Angola, Südafrika, Libyen, Paris, West-Berlin und wieder in der DDR. Dem Land geht es wirtschaftlich schlecht. Hungrig nach Devisen, zwingt die ostdeutsche Führung ihre Agenten in kapitalistische Experimente, um das sinkende sozialistische Schiff vor dem Untergang zu retten.

Serienheld Martin Rauch (Jonas Nay), ein zur Spionage gezwungener DDR-Agent, wurde nach Angola verbannt. Auf dem Gelände einer Ölraffinerie, in der auch ostdeutsche Ingenieure tätig sind, trifft er auf seine Tante Leonora, die mithilfe von Söldnern Waffen in das Bürgerkriegsland schmuggelt. Die Lage eskaliert. Martin und Leonora geraten zwischen die Fronten der Rebellengruppen – und werden zum Spielball beider Seiten.

Seit September wird „Deutschland 86“ in Kapstadt gedreht. Parallel haben Anfang Oktober Dreharbeiten unter der Regie von Arne Feldhusen („Der Tatortreiniger“) in Berlin begonnen. Es geht um Terrorismus in Europa, die Perestroika, den Kampf gegen die Apartheid, Waffenhandel und den Kampf gegen AIDS.

Die erste Staffel wurde in mehr als 120 Ländern ausgestrahlt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis und die Goldene Kamera. Im Ausland fand „Deutschland 83“ großen Anklang, doch in Deutschland galt die Serie, die bei RTL im Herbst 2015 enttäuschende Quoten erzielte, als Flop. Deutsche Zuschauer werden die Fortsetzung beim Streaming-Dienst Amazon Prime Video nur gegen Bezahlung sehen können. RTL hat erst im Anschluss daran Rechte für eine Erstverwertung im Free-TV.

Wie viele Zuschauer Amazon braucht, damit sich die zweite Staffel rentiert, will Christoph Schneider, der Chef von Amazon Instant Video Deutschland, nicht sagen. Amazon werde „Deutschland 86“ ab Anfang 2018 intensiv bei seinen Abonnenten vermarkten, sagte er. „Dazu hoffen wir, dass einige der vier Millionen Zuschauer, die die erste Staffel bei RTL gesehen haben, zu uns kommen“, sagt er.

Deutsche setzen noch auf konventionelles Fernsehen

Filme nicht im klassischen Fernsehen zu schauen, sei noch immer gewöhnungsbedürftig für viele Deutsche, gibt Schneider zu. Doch für eine historisch-politische Serie wie „Deutschland 86“ sei ein Streaming-Dienst der richtige Anbieter, meint er. „Stark horizontal erzählte Serien tun sich im linearen Fernsehen schwer. Wenn man zwei Episoden verpasst hat, ist man draußen.“

Jörg Winger, der die Serie mit seiner Frau Anna Winger erfand und zusammen mit UFA-Chef Nico Hofmann produziert, glaubt, RTL sei „einfach der falsche Sender“ gewesen. Dabei war das internationale Interesse groß. Auch „Deutschland 86“ sei bereits weltweit verkauft worden, unter anderem an den französischen Canal Plus, den britischen Channel 4 und das amerikanische SundanceTV, erzählt Jumana Rizwan, die Kommunikationschefin der internationalen Produktionsgesellschaft Fremantle Media. „Eine junge Show mit einem ernsthaften Handlungsablauf ist für ein breites Publikum attraktiv“, sagt sie.

Angelegt ist das Drehbuch der Spionageserie als Trilogie. „Deutschland 89“ würde wieder drei Jahre später spielen, pünktlich zum Mauerfall. Ob es zur dritten Staffel kommt, wird vom Erfolg von „Deutschland 86“ abhängen.

Von Kristin Palitza/RND

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