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16:27 01.01.2017
Auf der Flucht: Yasmin (Maya Lauterbach) und ihr Privatlehrer Frank Henning (Heiner Lauterbach). Quelle: ARD
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Hannover

Die meisten Eltern erfüllt es mit Stolz, wenn der eigene Nachwuchs in ihre Fußstapfen treten will. Bloß Schauspieler reagieren in der Regel reserviert. Hans-Werner Meyer zum Beispiel würde seinen Kindern „auf jeden Fall davon abraten. Diesen Beruf sollte man nur ergreifen, wenn man so verrückt ist, sich auf diese Bedingungen einzulassen. Dafür braucht man viel Leidenschaft und große Nehmerqualitäten.“ Meyer, Vorstandsmitglied der Schauspielergewerkschaft BFFS, kennt „viele Kollegen, auch erfolgreiche, die sich mit einem Zweitjob über Wasser halten müssen“. Die Alternative wäre Hartz IV.

Natürlich erleben die Söhne und Töchter berühmter Eltern eine andere Realität. Stars wie Heiner Lauterbach, Fritz Wepper, Wolfgang Stumph oder Til Schweiger können sich ihre Rollen aussuchen, und manchmal ergibt es sich, dass ihre Filmtöchter von ihren tatsächlichen Töchtern verkörpert werden. Mitunter entpuppt sich das sogar als echter Glücksgriff – so wie bei Maya Lauterbach (14) in dem ARD-Zweiteiler „Spur der Rache“, den die ARD heute und am Mittwoch jeweils um 20.15 Uhr zeigt. Der Thriller erzählt von den Rachegelüsten eines BKA-Beamten (Heiner Lauterbach), dessen Frau und Tochter Zufallsopfer eines Bombenanschlags waren. Anstatt jedoch Rache am Drahtzieher des Attentats nehmen zu können, muss er sich plötzlich um die Tochter (Maya Lauterbach) des Täters kümmern. Gerade im zweiten Teil, der sich mehr und mehr zum Zwei-Personen-Stück entwickelt, macht Maya, die zuvor schon in den beiden Kinderfilmen „V8“ mitgewirkt hatte, ihre Sache vorzüglich, ihre Rolle ist ziemlich komplex.

Natürlich ist noch völlig offen, welchen Berufsweg Maya Lauterbach mal einschlagen wird, aber es gibt Vorbilder: Luna Schweiger – die am 11. Januar 20 Jahre alt wird – hat ihre ersten Hauptrollen gleichfalls als Filmtochter ihres Vaters Til gespielt (in den Kinofilmen „Phantomschmerz“ und „Schutzengel“); ihre jetzt 14-jährige Schwester Emma („Kokowääh“) ebenso. Stephanie Stumph (32) war in der ZDF-Filmreihe „Stubbe – Von Fall zu Fall“ (1995 bis 2014) sogar fast zwanzig Jahre lang die Filmtochter ihres Vaters Wolfgang. Deshalb war er auch nicht überrascht, als sie nach dem Abitur in Leipzig Schauspiel studieren wollte. Der lange Schatten des populären Vaters habe sie nicht geschreckt: „Das ist doch immer so, wenn Kinder den gleichen Beruf ergreifen wie ihre Eltern. Man muss sich etablieren, man muss kämpfen, man misst sich selbst am Vater oder an der Mutter.“

Auch Sophie Wepper (35) musste sich von diesem Status emanzipieren, zumal sie bis heute vor allem als Tochter des kriminalisierenden Psychologen Wendelin Winter (Fritz Wepper) in der seit 2007 laufenden ARD-Krimireihe „Mord in bester Gesellschaft“ bekannt ist. Eigentlich ist sie gelernte TV-Journalistin, aber Jana Brandt, Film- und Serienchefin beim MDR, hatte die Idee, Vater und Tochter für die Serie „In aller Freundschaft“ zu engagieren. Das habe Sophie, sagt Vater Fritz, „ganz wunderbar bewältigt. Und weil Talent ohne Ausbildung nichts wert ist, hat sie anschließend Schauspielunterricht genommen.“

Eltern empfehlen eine „richtige Ausbildung“

Hardy Krüger jr. (48) hat vor der Schauspielerei ebenfalls erst mal was „Anständiges“ gelernt: Er machte eine Ausbildung zum Koch. Sein Vater habe ihm gesagt: „Wenn du Schauspieler werden willst, werde ich dir nicht im Weg stehen, aber du musst dafür kämpfen.“

Etwas anders lief es bei den Simonischeks. Als Sohn Max (34) seinem Vater Peter eröffnete, er wolle ebenfalls Schauspieler werden, hat sich der an seine eigene Jugend erinnert: „Mein Vater hat mir verboten, Schauspieler zu werden, obwohl ich seit meinem 16. Lebensjahr mit allen Fasern meines Seins für diesen Beruf brenne. Ich habe ein Architekturstudium angefangen und musste die Schauspielschule heimlich besuchen. Als ich dann in St. Gallen mein erstes Engagement hatte, habe ich meine Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich habe damals geschworen, als Vater nicht den gleichen Fehler zu begehen.“

Von RND/Tilmann P. Gangloff

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