Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Medien Zen-Buddhismus mit Mehlwurm
Nachrichten Medien Zen-Buddhismus mit Mehlwurm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:41 17.01.2017
Neuer Tag, neue Dschungelprüfung: Diesmal müssen Markus Majowski (v.l.n.r.), Sarah Joelle Jahnel und Marc Terenzi antreten. Quelle: RTL
Anzeige
Berlin

An Tag 4 des Dschungelcamps wärmt RTL eine altbekannte Prüfung auf – die gleich zweimal herrlich schief geht. Am Ende wird Kader Loth einmal mehr von den Zuschauern zur nächsten Prüfung nominiert. Und sonst? Gina-Lisa und Honey taumeln zwischen Kokainhölle und Kindergeburtstag, ein Weltmeister steht im Abseits und eine TV-Maklerin lässt uns tatsächlich ans Arte-Programm denken.

Zur Galerie
Ein Bild sagt meht als tausend Worte: Kader Loth wurde wieder nominiert.

Flirten

Honey und Gina-Lisa putzen Zähne, ein trauter Akt in diesem Camp, nirgends Mehlwürmer, weit und breit sieht man hier keine Kakerlaken. Eine reinigende Handlung an diesem Ort, wo sonst so viel gespuckt, gekotzt, gesabbert wird.

Honey ist ein Mann mit irritierend guter Laune und glatter Haut, die sehr nach Crème, Lotion und Salben aussieht. In der Summe hat er sicher mehr Kosmetik im Gepäck als alle Damen im Camp zusammen. Gina-Lisa will flirten, Honey will angeben: Was hast du in deinem Leben gemacht, Honey, fragt Gina-Lisa. Und Honey holt Luft: Australien, Holland, Spanien, studiert in England.

„Wie geil ist das denn!“, sagt Gina-Lisa, was man halt sagt, wenn das mit dem Flirten nicht so läuft, aber die Kamera immer noch drauf hält und irgendwas passieren muss.

Flirten im Privatfernsehen wirkt einerseits wie Kindergeburtstag, wo die Jungs den Mädchen an den Zöpfen ziehen, andererseits sieht es auch nach Kokainhölle aus, wo die gute Laune immer toxisch unterlegt scheint.

Grübeln

Thomas Häßler (der Einzige, der hier einen richtigen Nachnamen hat) denkt viel nach. Sehr viel. Zu viel. Und sagt wenig. Sehr wenig. Eigentlich nichts. „Redet mir kein Schnitzel an die Backe“, sagt er einmal, es ist eher ein Seufzen. Natürlich vergeblich.

Reden ist die Währung, die im Dschungelcamp zählt. Und darum ist Thomas hier falsch. Im Stadion tauchte er ab in der Tiefe des Raumes. Hier lässt sich nur flüchten in die innere Immigration. Thomas würde gerne ausgewechselt werden. Doch niemand erhöht ihn. Denn wo ist der Trainer? Es gibt keinen.

Autofahren

Die beiden Teams (es gibt das „Base Camp“ und „Snake Rock“) müssen je zu dritt Autofahren, die Fahrerin mit verbundenen Augen, die beiden Männer müssen sie lotsen.

Das geht schief, und das soll schief gehen. Bei den einen geht es herrlich schief (Sarah Joelle, Marc und Markus), bei den anderen furchtbar schief (Kader, Jens, Florian). Sie müssen auf dem Parcour Sterne pflücken, werden mit Ungeziefer überschüttet, und „dürfen“ am Ende einen Shake aus pürierter Emu-Leber und Emu-Blut trinken. Sarah Joelle spuckt aus, sie kennt sonst Energie-Drinks und Fast Food.

Generell reagiert das Camp allergisch auf Ballaststoffe und Vitamine. Die Bewohner sind in Einkaufsstraßen deutscher Großstädte zu Hause, im Dschungel zeigen sie Abwehrreaktionen. Zu viel Vollwertkost. Ein Königreich für eine Cola-Light!

Zweifeln

Hanka hat im Fernsehen was mit Immobilien gemacht, sie ist die Ex-TV Maklerin – doch im Dschungel gibt es keine Häuser. Nicht mal ein echtes Dach, das regensicher wäre. Man darf behaupten: Hanka ist hier nicht in ihrem Element. Sie wechselt radikal die Rolle, gibt sich als Schamanin, tanzt durch den Regen, sägt kräftig an den Nerven. Sie kennt keine Regeln mehr, nur noch Anarchie, das ist bei Leuten manchmal so, die beruflich sonst nur im Kostüm rumlaufen und von Sushi leben. In der Natur finden sie oft zu ihrem wahren Ich. Das ist nicht immer gut, wie man an Hanka sieht.

Offenheit verwechselt sie mit Hysterie, Sätze wie „Ich bin traurig“ verwechselt sie mit Sensibilität. Zumal sie diesen Satz fast wie ein Mantra durch den Dschungel trägt. „Ich bin traurig, ich bin traurig, ich bin traurig.“, Gut, haben wir verstanden. „Es wäre schön, wenn der, der kocht, nicht am Löffel leckt, wenn er abschmeckt.“ Gut, haben wir auch verstanden. Schön, dass Hanka ihre Sätze einfach hält, die sie in weiches Sächsisch bettet.

Sächsischer Zen-Buddhismus im australischen Urwald. Sowas gibt es sonst nur auf Arte!

Von Lars Grote/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Medien Starschauspieler im Interview - Eidinger schwärmt von Kristen Stewart

Lars Eidinger ist einer der begehrtesten Schauspieler des Landes – er selbst schwärmt aber lieber für Hollywoodkollegin Kristen Stewart. Im Interview erklärt er, warum.

16.01.2017

Deutschlands Medienwächter verfolgen mit kritischem Auge die Werbebotschaften innerhalb RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“. „Wir beobachten die Sendungen kritisch, allerdings ist es jetzt noch zu früh, um eine Aussage treffen zu können“, sagte eine Sprecherin der Landesmedienanstalt Niedersachsen.

16.01.2017

Hysterisch wurde am Sonntagabend bei „Anne Will“ die Frage diskutiert, wie Deutschland mit kriminellen Zuwanderern umgehen sollte. Schärfere Gesetze forderten Edmund Stoiber (CSU) und Olaf Scholz (SPD) – Grünen-Chefin Simone Peter forderte Aufklärung.

16.01.2017
Anzeige