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Analyse: IFA feiert die jüngsten Flachbild-TV-Modelle

Elektronik Analyse: IFA feiert die jüngsten Flachbild-TV-Modelle

Flachbildfernseher gehören zur IFA in Berlin wie die Butter aufs Brot. Und es gehört zur Tradition, dass die großen Hersteller ihre Flaggschiffe auf der Messe ins beste Licht rücken.

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Die großen Flachbildschirm-Hersteller werden ihre Flaggschiffe auf der IFA ins beste Licht rücken.

Quelle: Rainer Jensen/Archivfoto

Berlin. Riesige Bildschirme mit Größen weit über einem Meter Diagonale, gebogene Displays und leuchtende Farben bis zum tiefsten Schwarz - die IFA in Berlin ist wieder traditionell die Bühne für die neuesten Flachbild-TV-Modelle.

Die Hersteller hoffen nach einem Umsatzeinbruch um 16,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr in Deutschland auf einen Schub für ihr Geschäft. Unter den Top-Geräten gehört die Bildschirmtechnologie Ultra-HD für besonders scharfe Bilder derzeit zum Standard. Doch auch an der nächsten Generation von Displays wird bereits intensiv gearbeitet.

Organische Displays (OLED) werden ebenfalls auf der IFA zu sehen sein. Lange stand es in den Sternen, wann erste Fernseher in ausreichender Größe zur Marktreife kommen. Aber der südkoreanische Hersteller LG hat ehrgeizige Ziele. Mindestens 1,5 Millionen OLED-Fernseher will LG Electronics im kommenden Jahr in den Handel bringen. Das Unternehmen sieht in der Bildschirmtechnik die Zukunft und erhofft sich einen großen Schub für das Geschäft mit Displays. LG dürfte das einzige Unternehmen sein, das in Berlin große, serienreife Flachbildfernseher mit dieser Technologie zeigen wird.

Die organischen LED-Displays ermöglichen es unter anderem, ein perfektes Schwarz wiederzugeben. Die Leuchtdioden benötigen keine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung mehr, so dass die Farben deutlich brillanter - und zudem energiesparender - wiedergegeben werden können. Und die Dicke der Gehäuse orientiert sich im Prinzip nur noch daran, wie der Fernseher am besten einen guten Stand hat.

Bislang war die Produktion von OLED-Displays vor allem in Größen, die für Fernseher benötigt werden, besonders aufwendig und teuer. Pioniere wie Sony hatten sich deshalb schon vor Jahren aus der Forschung zurückgezogen. Auch Samsung fuhr sein Engagement zunächst zurück und produziert zur Zeit nur OLED-Displays in kleinerem Format.

Samsung sei zwar über alle Display-Größen hinweg gesehen einer der weltweit größten Hersteller von OLED-Bildschirmen, sagt Kai Hillebrandt, Manager der Unterhaltungselektroniksparte von Samsung Deutschland. Für das TV-Geschäft werde OLED aber auf der diesjährigen IFA kein Thema bei Samsung sein. Der Markt für Ultra-HD wachse derzeit sehr dynamisch. "Das entscheidende Kriterium beim Kauf eines Fernsehers ist die Bildschirmqualität", sagte Hillebrandt. "Wir brauchen nicht mehr, sondern schönere Pixel." Die hauseigene Technologie SUHD etwa optimiert in aktuellen Ultra-HD-Displays die Farbqualität. Dabei soll die Technik Nano Crystal für bessere Farben sorgen - und nun auch in Mittelklasse-Geräten zur Verfügung stehen.

Mit neuen Streaming-Angeboten erhält Ultra-HD laut Hillebrand einen weiteren Schub. Bislang konnten zwar die Geräte entsprechende Inhalte darstellen, aber in Ultra-HD aufgenommene Filme gab es allenfalls über einige Demo-Kanäle. Die Fernsehanstalten haben gerade erst in teures Equipment für den Standard Full-HD investiert. Online-Anbieter wie Netflix dagegen bieten bereits heute zahlreiche Inhalte in Ultra-HD. "Das Internet verändert alles", sagte vor einigen Wochen Noesjka van der Helm von Netflix.

"Der Fernsehzuschauer will heute selbst entscheiden, was er zu welcher Uhrzeit sieht", sagt Hillebrandt. Das Nutzerverhalten habe sich deutlich verändert. 42 Millionen Menschen in Deutschland nutzten heute schon Streaming-Dienste. Ein Viertel greife auch auf Portale mit Bezahl-Angeboten zu.

Ein Internet-Anschluss am Fernsehgerät gehört denn auch quasi zur Standardausstattung der modernen Flachbildfernseher. Laut Gesellschaft für Unterhaltungselektronik gfu steht mit rund 18 Millionen verkauften Geräten inzwischen in 42 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens ein sogenanntes Smart-TV. Rund 70 Prozent von ihnen sind auch tatsächlich ans Netz angeschlossen.

Bei den Betriebssystemen gehen die Hersteller verschiedene Wege. Während Philips und inzwischen auch Sony Googles Android nutzen, setzt Samsung künftig auf das eigene Betriebssystem Tizen. Konkurrent LG aus Südkorea nutzt dagegen das einstige Smartphone-System WebOS des Taschencomputer-Pioniers Palm und Panasonic das System von Firefox.

Ob sich bei so viel neuen Möglichkeiten und ultrascharfen Bildern auch die Verbraucher zum Kauf eines neuen Gerätes animieren lassen und der Branche wieder Aufschwung geben, bleibt abzuwarten. Der Fernseher sei in der Unterhaltungselektronik noch immer das meist genutzte Gerät, sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. Und es seien heute dank der Möglichkeiten von Software-Updates über das Netz zukunftssichere Produkte. "Da hat die Industrie kräftig dazugelernt."

dpa

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