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Analyse: Rätsel über Absatzzahlen der Apple Watch lässt Anleger zittern

Computer Analyse: Rätsel über Absatzzahlen der Apple Watch lässt Anleger zittern

Apple macht aus den Verkäufen seiner neuen Computer-Uhr weiter ein Geheimnis. Der Konzern hatte zwar schon lange vor dem Start der Apple Watch mehrfach angekündigt, dass es keine genauen Informationen geben wird, "um den Rivalen nicht damit zu helfen".

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Und wie läuft die Apple-Watch? Bei den Verkaufszahlen hält sich Apple bedeckt. Foto: Michael Nelson

Cupertino. Dennoch hatten sich einige Marktbeobachter vom aktuellen Quartalsbericht auch nähere Zahlen zum ersten Vorstoß in eine neue Produktkategorie seit dem Tod des legendären Mitgründers Steve Jobs erhofft. Doch Apple-Chef Tim Cook und sein Kassenwart Luca Maestri zogen es vor, daraus eher eine Rätselaufgabe zu machen.

So hieß es, die seit Mitte April verkaufte Uhr sei in ihren ersten neun Wochen schneller in den Markt gestartet als seinerzeit das iPhone und das iPad-Tablet. Die iPhone-Markteinführung dürfte hier nicht die maßgebliche Marke gewesen sein: 2007 brauchte Apple über 70 Tage, um eine Million seiner Handys zu verkaufen. Interessanter ist, dass vom iPad drei Millionen Geräte innerhalb der ersten 80 Tage verkauft wurden.

Der Umsatz in der Rubrik "Anderes", in der das Geschäft mit der Watch aufgeht, wuchs binnen drei Monaten um 952 Millionen Dollar. Cook betonte, dass der gesamte Zuwachs auf die Apple Watch zurückgehe und sie auch noch Rückgänge bei anderen Geräten in der Kategorie wie iPod-Player oder Zubehör ausgeglichen habe. Die Zahl legt dennoch nahe, dass viele günstigere Modelle der Watch verkauft wurden, die in der Sport-Basisversion ab 400 Euro zu haben ist.

Zugleich sei eine Sache sicher, betonte der Analyst Fracisco Jeronimo vom Marktforscher IDC: "Apple verkaufte im zweiten Quartal mehr Uhren als alle anderen Smartwatch-Anbieter zusammen." Damit wäre der iPhone-Konzern aus dem Stand die Nummer eins in dem Feld, das Rivalen wie Samsung oder LG schon seit mehr als einem Jahr beackern.

Cook legte bei aller Geheimniskrämerei Wert darauf, mit einer umstrittenen Studie des Marktforschungsunternehmens Slice Intelligence aufzuräumen, laut der das Interesse an der Uhr nach einem rasanten Start nachgelassen habe. "Die Juni-Verkäufe waren höher als im April oder Mai", betonte der Apple-Chef ganz am Schluss seiner Telefonkonferenz mit Analysten. Zudem nutzten 94 Prozent der Käufer die Uhr nach Erkenntnissen des Konzerns täglich. Und er gehe davon aus, dass die Uhr ein gefragtes Geschenk im Weihnachtsgeschäft sein werde. Das Quartal, zu dem auch traditionell neue iPhone-Modelle herauskommen, ist seit Jahren das wichtigste für Apple.

Auch bei den Nutzerzahlen für den Ende Juni gestarteten neuen Dienst Apple Music hielt sich Cook bedeckt. "Millionen und Millionen" nutzten den Service in der dreimonatigen kostenlosen Testphase, sagte er lediglich.

Insgesamt half das Rätselspiel nicht, die Börsianer für die jüngsten Quartalsergebnisse zu begeistern. Sie quittierten die Zahlen trotz eines Sprungs von mehr als einem Drittel bei Umsatz und Gewinn mit einem nachbörslichen Kursabschlag von rund sieben Prozent. Bei dem teuersten Unternehmen der Welt bedeutet so etwas gleich einen Wertverlust von mehr als 50 Milliarden Dollar.

Am Markt waren unter anderem noch höhere iPhone-Verkäufe erwartet worden, trotz eines Absatzsprungs von 35 Prozent im Jahresvergleich auf 47,5 Millionen Geräte (macht sechs iPhone pro Sekunde). Zudem fiel die Umsatzprognose für das laufende Vierteljahr etwas niedriger als erwartet aus.

Den Anlegern machen auch die Börsenturbulenzen in China Bauchschmerzen. Die Volksrepublik ist auf dem Weg, zum wichtigsten Markt für Apple zu werden. Chinas Börsen waren seit Mitte Juni innerhalb von drei Wochen um mehr als ein Drittel abgesackt. Erst nach zahlreichen Stützungsmaßnahmen der Behörden und der Zentralbank erholten sich die Kurse wieder. "Die Sorgen sind wahrscheinlich überspitzt", sagte Cook. "Der Aufstieg der Mittelschicht geht weiter." Apple gebe weiter Vollgas in China - "es wäre dumm von uns, unsere Pläne zu ändern".

dpa

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