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Blackberry-Chef will im Smartphone-Markt bleiben

Telekommunikation Blackberry-Chef will im Smartphone-Markt bleiben

Blackberry ist vielen frühen Smartphone-Nutzern ans Herz gewachsen. Doch inzwischen spielt der Pionier kaum noch eine Rolle in dem Markt. Firmenchef John Chen fand neues Geschäft in Software - und will zugleich die Handy-Sparte in die Zukunft retten.

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Blackberry ist vielen frühen Smartphone-Nutzern ans Herz gewachsen. Doch inzwischen spielt der Pionier kaum noch eine Rolle in dem Markt.

Quelle: Caroline Seidel/Archiv

Waterloo. Der Smartphone-Pionier Blackberry will trotz nur noch homöopathischer Marktanteile weiterhin Computer-Telefone verkaufen. "Ich glaube nach wie vor, dass wir Geld im Geräte-Geschäft verdienen können", sagte Konzernchef John Chen in einer Telefonkonferenz.

Unter anderem verließen sich viele Regierungen weltweit nach wie vor auf Blackberry-Geräte.

In den vergangenen drei Monaten setzte Blackberry noch 500 000 Smartphones zu einem Durchschnittspreis von 290 Dollar ab. Der Marktanteil war zuletzt auf lediglich 0,2 Prozent geschrumpft. Chen erwägt inzwischen, das eigene Betriebssystem aufzugeben und auf Android umzusteigen.

Aktuell ist ein Blackberry-Modell mit Android auf dem Markt. Es sei aber zu teuer für den Unternehmensmarkt, räumte Chen ein. "Nur Top-Manager können es sich leisten." Die zwei für dieses Jahr geplanten neuen Blackberry-Telefone sollen im mittleren Preisbereich liegen. Es gab keine Angaben dazu, mit welchem Betriebssystem sie laufen werden.

Zugleich will Chen Lizenzen auf einzelne Elemente bei Blackberry entwickelter Technologie verkauften, zum Beispiel Antennentechnik oder Software-Lösungen. Das sei auch eine Absicherung für einen möglichen Ausstieg aus dem Hardware-Geschäft, sagte Chen. Zuletzt brachten die Telefone noch mehr als ein Drittel der Blackberry-Umsätze ein.

Zugleich bekräftigte Chen, dass er die rund 30 000 Blackberry-Patente lizenzieren und nicht versilbern wolle. "Ich will die Patente nicht verkaufen. Aber wenn wir uns dazu entschließen sollten, würden wir schnell damit vorankommen können."

Im vergangenen Quartal rutschte Blackberry wegen Abschreibungen in der Hardware-Sparte tiefer in die roten Zahlen. Im vergangenen Quartal gab es ein Minus von 670 Millionen Dollar. Davon wurde der Löwenanteil von einer Abschreibung auf langfristige Patentvereinbarungen in Höhe von gut 500 Millionen Dollar verursacht. Ein Jahr zuvor hatte Blackberry noch einen Gewinn von 68 Millionen Dollar geschafft. Der Umsatz fiel in dem Ende Mai abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 400 Millionen Dollar.

Blackberry hatte die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt, seine Geräte wurden jedoch von Telefonen mit dem Android-System von Google und dem iPhone von Apple verdrängt. Chen richtet Blackberry nun vor allem auf das Geschäft mit Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus. Er will zum Ende des Geschäftsjahres aus der Verlustzone kommen.

Die Smartphone-Sparte soll in einem halben Jahr operativ schwarze Zahlen ausweisen. Chen hatte wiederholt angekündigt, dass er aus dem Hardware-Geschäft aussteigen werde, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt.

dpa

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