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CeBIT: Technik, die unter die Haut geht und scheue Roboter

Computer CeBIT: Technik, die unter die Haut geht und scheue Roboter

Die CeBIT versteht sich als zentrale Plattform für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Jahr neu dabei: eine ganze Halle, in der die Bandbreite der zivilen Anwendung von Drohnen gezeigt wird. Auch 3D-Drucker sollen die Messe prägen.

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Beziehungsmesse CeBIT: Die Kommunikationsmanagerin von Aldebaran, Aurora Chiquot, umarmt den humanoiden Roboter "Pepper".

Quelle: Ole Spata

Hannover. Pepper wollte nicht: Bei einer Vorabbesichtigung der diesjährigen Technologiemesse CeBIT in Hannover wurden dem kleinen Roboter die auf ihn gerichteten Mikrofone und Kameras der Reporter einfach zuviel.

"Er ist schüchtern", entschuldigte Nicolas Boudot von der Firma Aldebaran den Aussetzer seines emotional auf Umweltreize reagierenden Empfangs-Roboters. 20 000 von ihnen wurden weltweit bisher verkauft - nun sollen sie als Gäste-Betreuer auf den Kreuzfahrtschiffen Einzug halten, erklärte Boudot.

Der Roboter ist nur einer der Hingucker bei der am Montag öffnenden Technologie-Schau. Die CeBIT (14.-18. März) bleibt dem Mega-Trend Digitalisierung auch in diesem Jahr treu. Ob selbstfahrende Autos oder Kleider aus dem 3D-Drucker, wie sie die Deutsche Telekom bei einer Wearables-Modenschau zeigte: Sie ermöglicht zahlreiche neue Chancen, Risiken und Geschäftsmodelle für Industrie und Gesellschaft.

Technologie kann auch im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Unter dem Motto "Wir gehen tiefer" stellt etwa die junge Firma Digiwell Chips vor, die als Implantate etwa Zugangskarten für Türen ersetzen können. "An dem einen Stand werden Roboter zum Menschen gemacht, und hier Menschen zum Roboter", kommentierte eine Medienvertreterin am Sonntag den Trend.

Solche Skepsis versteht Firmenvertreter Patrick Kramer, meint aber: "Der Mensch wird irgendwann Bestandteil des Internets werden - wir sind schon auf dem Weg dahin." Für Aufsehen sorgte im Januar ein schwedischer Software-Manager, der für einen Flug von Stockholm nach Paris statt eines Boarding-Passes einen Funk-Chip in seiner Handfläche ans Lesegerät hielt.

Kramer, der als "Cyborg" selbst einen Chip unter der Haut trägt, macht die zwiespältigen Gefühle am Alter fest: "Für 15-Jährige ist das Ganze wie die neuste Playstation". Bei den 20- bis 40-Jährigen dagegen hielten sich Neugier mit Skepsis die Waage. Die wurde auch beim Vodafone-Stand laut, wo die Video-Polizei mit vernetzter BodyCam vorgestellt wurde. Die an der Brust angebrachte Kamera zeigt auf einem kleinen Bildschirm, wen oder was sie aufnimmt und überträgt beweissichere Daten an die zuständigen Behördenstellen.

"Wir zeigen, was technisch möglich ist und sind wegen der technischen Anwendung in Gesprächen mit den entsprechenden Stellen", sagte Sprecher Markus Teubner. Mitte des Jahres soll die neuartige Kamera auf den Markt kommen. "Ich bin relativ sicher, dass wir in drei bis fünf Jahren einige Polizisten oder Feuerwehrleute damit im Einsatz sehen werden", meinte Christoph Thomas vom Vodafone-Partner Motorola. Und der Datenschutz? "Ist ein wichtiges Thema", gab er zu, erklärte aber: "Der Aufgenommene sieht sich ja selbst auf dem Monitor."

Die Messe stellt nicht nur Ausschnitte aus dem sich rasant entwickelnden neuen Markt der Möglichkeiten vor, sondern versteht sich auch als eine Art Seismograph für die damit verbundene gesellschaftliche Debatte. Die Funktion der Messe als Plattform für Diskussionen gewinnt dabei an Bedeutung. Immerhin wird die Vernetzung von Mensch und Maschine nach allen bisherigen Studien zu einem massiven Umbruch in der Industrie wie auch der Gesellschaft führen, wird alte Geschäftsmodelle wegbrechen und neue entstehen lassen.

Der Trend erfasst alle Lebensbereiche - auch im Partnerland Schweiz, wo die Uhrenindustrie angesichts sogenannter Smartwatches gerade vor einem Umbruch steht. Mit einer eigenen Halle dabei sind bei der CeBIT die Drohnen, die im Flug und auch bei einem Rennen vorgeführt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist erneut die IT-Sicherheit, die angesichts der jüngsten Welle von Angriffen mit Erpressungs-Software an Bedeutung gewinnt. "In Deutschland gibt es heute 2,6 Mal mehr solcher Angriffe als noch vor einem halben Jahr", sagte Stefan Rojacher von der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. Die betroffenen Unternehmen und Behörden müssen oft enorme Beträge aufwenden, um ihre Daten zu retten. Denn Cyber-Angriffe auf Unternehmen, aber auch öffentliche Verwaltungen werden gerade vor dem Hintergrund immer größer werdender Datenströme zum massiven Problem.

dpa

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