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Ein folgenreicher Appell: Kommissar warnt vor Facebook-Bildern

Medien Ein folgenreicher Appell: Kommissar warnt vor Facebook-Bildern

Wenn Eltern ungehemmt Kinderbilder in sozialen Netzwerken posten, kann das gefährlich werden. Polizei und Datenschützer warnen.

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Selbst vor dem Einstellen von seriösen Bildern warnt die Polizei.

Quelle: Monika Skolimowska, dpa

Hagen. "Hören Sie bitte auf, Fotos Ihrer Kinder für jedermann sichtbar bei Facebook und Co zu posten. Danke!" Die Aufforderung der Hagener Polizei hat Facebook-Nutzer elektrisiert.

Vor allem eines hat Social-Media-Kommissar Tino Schäfer damit im Sinn gehabt: Eltern sollten einfach keine Bilder ihrer Kinder verbreiten. Sie könnten in falsche Hände geraten. "Viele posten ungeschützt und ungehemmt Bilder ihrer Kinder, teilweise als Nackedei oder auf dem Kinderfahrrad, nur mit Badehose bekleidet."

Selbst vor dem Einstellen von seriösen Bildern warnt die Polizei. Die Eltern könnten später Ärger mit dem Nachwuchs bekommen, wenn sie nach Jahren noch Kinderbilder von sich im Netz fänden. "Vielleicht finden Sie die Fotos heute süß, Ihrem Kind sind sie in ein paar Jahren aber endlos peinlich", warnt Schäfer. Er stößt beim beruflichen und privaten Surfen immer wieder auf Eltern, die vor lauter Niedlichkeit ihrer Kleinen alle Warnungen außer Acht lassen.

Millionen von Facebook-Nutzern hat der Aufruf erreicht. Rund 200 000 beschäftigten sich schon näher damit. Die meisten fanden die Aktion gelungen. Einer schreibt: "Endlich mal jemand. Mein Sohn ist 3 und wird hier noch jahrelang nicht zu sehen sein. Wenn man bedenkt, was heutzutage Mütter alles zeigen. Vom ersten Ultraschall bis zur Geburt wird alles mit der Öffentlichkeit geteilt. Dickes Like an die Polizei Hagen." Der Kommissar glaubt, dass viele Eltern nun ihr Verhalten überdenken könnten.

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen kann den Aufruf gut verstehen. "Eltern, die nicht so netzaffin sind, kennen vielleicht die Folgen ihres Handels nicht", sagt Sprecher Frank Scheulen. Auf keinen Fall sollten Nacktbilder oder Fotos vom Strand, vom Wickeltisch oder der Badewanne gepostet werden. "Sie rufen Begehrlichkeiten hervor. Es gibt ein Klientel, das auf solche Bilder schaut." Besonders Pädophile würden gezielt nach solchen Motiven suchen und sie auch weiterverbreiten. Wenn dann erst einmal Bilder im Netz unterwegs seien, verliere man die Kontrolle. Selbst wenn die Verbreitung über Facebook auf den Freundeskreis beschränkt werde, könne man nie sicherstellen, dass die Fotos nicht woanders landeten. Auch wenn sie von der eigenen Seite gelöscht seien.

"Wichtig ist, eigenverantwortlich und selbstbewusst mit sozialen Netzwerken umzugehen", sagt Scheulen. Besser sei es, Bilder einfach wegzulassen oder die Kinder lieber beim Herbstspaziergang von hinten zu fotografieren und so ein neutrales Bild einzustellen.

Auch die NRW-Datenschutzbeauftragte Helga Block unterstützt die Hagener Aktion. Die Bürger sollten sich gut überlegen, welche persönlichen Informationen sie in sozialen Netzwerken oder an anderer Stelle im Internet veröffentlichen. Eltern sollten besonders sorgfältig auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte ihrer minderjährigen Kinder achten, zumal man beim Posten von Fotos bei Facebook die Bildrechte an die Firma abtrete.

Die Aktion der Hagener Polizei bei Facebook war nicht die erste erfolgreiche. Mal warnte Schäfer davor, Kindern mit der Polizei zu drohen. Das provoziere ein Bild von bösen Polizisten. Mal warnte der Kommissar vor Bildern aus dem Urlaub. Früher habe der überfüllte Briefkasten Einbrechern signalisiert, dass keiner zu Hause sei; heute übernehme das das Internet.

dpa

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