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Google baut Mediathek zu Darstellenden Künsten

Musik Google baut Mediathek zu Darstellenden Künsten

Ein Rundgang durch die Berliner Philharmonie oder ein Konzert in New Yorks Carnegie Hall: Solche Einblicke ermöglichen jetzt mehrere Häuser in einer Mediathek. Hinter der Kooperation steckt ein Gigant.

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Eric Schmidt in Berlin: «Ich sage nicht, dass das hier ein Ersatz ist. Aber ich denke, es wird dem näher und näher kommen».

Quelle: Rainer Jensen

Berlin (dpa) - Google versammelt renommierte Orchester, Theater und Opernbühnen aus der ganzen Welt auf einer Internetplattform. Die Häuser machen online einen Teil ihrer Arbeit und ihrer Architektur zugänglich.

Rund 60 Institutionen aus etwa 20 Ländern beteiligen sich an dem Projekt, wie der Direktor des Cultural Institutes, Amit Sood, in Berlin sagte. Die Berliner Philharmoniker ermöglichen zum Beispiel eine virtuelle Tour durch ihren Konzertsaal.

Betrachter können auch in einem 360-Grad-Video Simon Rattle in der Philharmonie dirigieren sehen oder sich über die Geschichte des Orchesters informieren. An der Mediathek, die nun online ging, wirken zudem die Opéra National de Paris, die Royal Shakespeare Company in Großbritannien sowie die Carnegie Hall und die Metropolitan Opera in den USA mit. Die Deutsche Staatsoper in Berlin ist ebenfalls dabei, sie zeigt zum Beispiel Bilder vom Umbau ihres Gebäudes.

Der Cellist und Medienvorstand der Berliner Philharmoniker, Olaf Maninger, sieht in dem Projekt die Chance, ein größeres Publikum zu finden. Klassische Musik sei eine Nische, sagte Maninger. "Hochkultur ist halt kein Fußballspiel." Es brauche daher Plattformen, um den Klassikmusikfreund am anderen Ende der Welt zu finden. Sie arbeiteten schon lange daran, Menschen beim Surfen auf sie aufmerksam zu machen, etwa mit Videos bei YouTube.

Die Philharmoniker zeigen ihre Konzerte auch bereits in einer eigenen digitalen Konzerthalle, der Zugang dazu kostet allerdings Geld. Bei Google gewähren sie ein paar Einblicke in ihre Arbeit. An der neuen Mediathek zu den Darstellenden Künsten beteiligen sich Theater, Opernhäuser, Musiker und Performance-Künstler wie Marina Abramović.

Die Plattform sei nicht das gleiche wie etwa ein echter Konzertbesuch in der Berliner Philharmonie, sagte Eric Schmidt, der bei Google die Rolle eines Außenministers einnimmt. Ein Besuch habe für ihn aber oft zwei Probleme: Er sei nicht immer in Berlin, und die Vorführungen seien meist ausverkauft. "Ich sage nicht, dass das hier ein Ersatz ist. Aber ich denke, es wird dem näher und näher kommen."

Zu den Kosten des Projekts äußerte sich Google nicht. Das Google Cultural Institute sei eine Non-Profit-Organisation und komme für die Kosten auf, erklärte Sood. Ziel sei es, Bildung und Zugang zur Kultur zu ermöglichen. Das Projekt helfe aber natürlich auch der Marke. Google kooperiert bereits mit Museen, zeigt etwa Teile der Ausstellung des Deutschen Museums in München online.

dpa

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