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Graben zwischen US-Regierung und Tech-Firmen im Krypto-Streit

Kriminalität Graben zwischen US-Regierung und Tech-Firmen im Krypto-Streit

Im Grundsatz-Konflikt um das Entsperren von iPhones wächst die Koalition der Tech-Unternehmen an der Seite von Apple. Wie die Regierung im Streit um unknackbare Verschlüsselung vorgehen will, bleibt unklar. Ein neues Gesetz ist möglich.

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Google-Chef Sundar Pichai. Foto: Minh Hoang

Washington. Das juristische Tauziehen um die Entsperrung des iPhones eines toten Terroristen wird immer mehr zu einem Grundsatz-Streit zwischen Technologie-Firmen und US-Regierung.

Mit Facebook und Twitter stärkten weitere Schwergewichte der Branche Apple-Chef Tim Cook den Rücken in seiner Kraftprobe mit dem FBI.

Die US-Regierung organisiert laut einem Medienbericht schon seit einiger Zeit ein Vorgehen gegen die unknackbare Verschlüsselung bei Anbietern wie Apple oder Google. Das Weiße Haus habe die Sicherheitsbehörden bereits nach einem geheimen Treffen Ende November angewiesen, Wege dafür zu finden, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Freitag unter Berufung auf informierte Personen.

Unterdessen ist die Idee, per Gesetz Strafen für Unternehmen festzulegen, die Gerichts-Anordnungen zum Entschlüsseln von Daten missachten, vorerst vom Tisch. Der Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses des US-Senats, Richard Burr, habe von den Überlegungen Abstand genommen, sagte eine Sprecherin dem "Wall Street Journal". Die Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf informierte Personen berichtet, Burr arbeite an einem solchen Gesetzesentwurf. Sie schränkte zugleich ein, die Pläne des Senators seien noch nicht endgültig ausformuliert und die nötige Zustimmung alles andere als sicher.

Apple war von einer US-Richterin angewiesen worden, das FBI beim Entsperren des iPhones eines Attentäters zu unterstützen. Unter anderem soll der Konzern per Software-Eingriff die Funktion abschalten, die alle Daten löscht, wenn zehn Mal das falsche Passwort eingegeben wurde. Apple entgegnet, eine solche Software überhaupt zu entwickeln, würde die Sicherheit für alle schwächen.

Außerdem stört sich Apple an der rechtlichen Grundlage für die Forderung. Es ist ein Gesetz aus dem Jahr 1789, das Richtern grundsätzlich erlaubt, alle nötigen Maßnahmen zur Erfüllung des Rechts anzuordnen. Apple warnt, dass mit einem Präzedenzfall auf Basis dieses Gesetzes die Tür für weitreichende Eingriffe in die Privatsphäre geöffnet werden könnte.

Deswegen legt sich der Konzern bereits seit Herbst vergangenen Jahres in einem Fall in New York quer. Dort geht es um ein iPhone mit älterer Software, bei der Apple einige Daten herausholen könnte, auch ohne das Gerät zu entsperren.

Tech-Unternehmen wie Apple und Google erklären, sie könnten bei neueren Modellen verschlüsselte Daten gar nicht herausrücken, weil sie selbst keinen Zugriff darauf hätten. US-Ermittlungsbehörden ist das schon länger ein Dorn im Auge. Burrs Stellvertreterin Dianne Feinstein hatte bereits gesagt, es müsse ein Weg gefunden werden, Unternehmen dazu zu bringen, verschlüsselte Daten herauszurücken.

Im aktuellen Fall geht es um das iPhone 5c von Syed Rizwan Farook, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino erschoss. Das Paar soll der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen haben. Das macht die strikte Position von Apple-Chef Tim Cook politisch heikel.

Der Mitgründer und Chef von Twitter, Jack Dorsey, stärkte dem iPhone-Konzern dennoch den Rücken. "Wir stehen mit Tim Cook und Apple (und danken ihm für seine Führungsrolle)", schrieb Dorsey in einem Tweet am späten Donnerstag. Auch Facebook versicherte in einer Erklärung, man werde "aggressiv" gegen Versuche ankämpfen, Firmen zur Schwächung der Sicherheit ihrer Systeme zu zwingen. Die Chefs von Google und des Kurzmitteilungsdienstes WhatsApp stellten sich bereits auf die Seite von Cook.

Apple bekam derweil nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg Zeit bis zum 26. Februar, um auf die Forderung der Richterin zu reagieren. Sie hatte dem Konzern in ihrer Entscheidung vom 16. Februar ursprünglich fünf Tage eingeräumt.

dpa

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