Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Hackerkongress: Strategien fürs Überleben in der Datenflut

Internet Hackerkongress: Strategien fürs Überleben in der Datenflut

Das massive Sammeln von Daten aller Art verändert die Gesellschaft. Die Teilnehmer am Chaos Communication Congress suchen nach Wegen, wie Privatsphäre und Selbstbestimmung bewahrt werden können.

Voriger Artikel
2015 mehr schwere Sicherheitslücken in Software registriert
Nächster Artikel
Politischer und professioneller - Hacker wollen mehr Einfluss

Lötkolben, Netzstecker, Computerkabel und Leuchtkabel - so sieht es aus beim Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg.

Quelle: Axel Heimken

Hamburg. Für eine Verteidigung von Persönlichkeitsrechten in der digitalen Gesellschaft haben sich die Teilnehmer des größten Hackerkongresses in Deutschland stark gemacht.

Eine wachsende Zahl von Entscheidungen werde in der daten-getriebenen Gesellschaft nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen getroffen, warnte der Physiker Andreas Dewes. "Es ist Zeit, unseren neuen Chef zu grüßen - den Algorithmus", also Befehlsketten für die Verarbeitung von massenhaft erhobenen Daten. 

Dabei findet die Erhebung der Daten zunehmend automatisiert und ohne jede Kenntnis der Betroffenen statt. Bei Facebook treffe dies auf etwa 90 Prozent der Daten zu, sagte der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems der Deutschen Presse-Agentur. Facebook habe auf diese Weise "Schattenprofile" von Personen angelegt, die gar nicht Mitglied der Online-Plattform seien.

"Wir brauchen viel mehr Aufklärung und Bildung", forderte Schrems, der mit seiner Klage vor dem Europäischen Gerichtshof das Safe-Harbor-Abkommen zur Datenübermittlung zwischen der EU und den USA gekippt hat. "Es kann nicht sein, dass wir den Kindern in der Grundschule das Häkeln und Stricken beibringen - ihnen aber nicht erklären, wie ein Computer oder Server funktioniert."

Um die Erfassung von Daten zu reduzieren, haben Hacker eine Reihe von Instrumenten entwickelt, die auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Vorträgen und Workshops behandelt wurden. Zu den bekanntesten Möglichkeiten gehört das Tor-Projekt für die anonyme Nutzung von Web-Angeboten. 

Das Tor-Netzwerk leitet den Aufruf einer Internet-Adresse im Browser über mehrere dazwischen geschaltete Server, so dass nicht mehr festgestellt werden kann, wer sich für eine bestimmte Webseite interessiert. Dabei werden die Datenpakete verschlüsselt weitergegeben. Weltweit nutzen mehr als zwei Millionen Menschen den Dienst - nach der Veröffentlichung der Enthüllungen des ehemaligen US-Gemeindienstmitarbeiters Edward Snowden waren es zeitweise mehr als fünf Millionen gewesen. Nach jüngsten Daten steht Deuschland mit mehr als 200 000 Nutzern nach den USA und Russland an dritter Stelle. Das Tor-Netzwerk umfasst rund 7000 Server in aller Welt.

Die Tor-Aktivisten um den in Berlin lebenden Software-Entwickler Jakob Appelbaum kündigten an, die Nutzung der Technik zu vereinfachen, um mehr als bisher die breite Öffentlichkeit dafür zu gewinnen. Als besonderen Schwerpunkt der Weiterentwicklung nannte Applebaum den Tor-Messenger für das anonyme Chatten. Diese Software könne Regimegegner in Staaten mit massiver Überwachung der Internet-Nutzung vor Verhaftung oder Mord bewahren, sagte Applebaum. Der Tor-Messenger ermögliche die Weiternutzung von bereits angemeldeten Messenger-Diensten mit dem Jabber-Protokoll.

Neben der Datenflut war auch die Müllflut ein Thema auf dem Hacker-Kongress. Der Karlsruher Experte Christian Lölkes warnte, dass der von 3D-Druckern erzeugte Plastikmüll zu einem zunehmenden Problem für die Umwelt werde. Fünf bis zehn Prozent aller 3D-Druckerzeugnisse seien Ausschuss und wanderten auf den Müll. Angesichts der lebensgefährlichen Bedrohungen etwa für Seevögel müssten dringend Strategien entwickelt werden, um den 3D-Drucker-Müll zu reduzieren. In jüngster Zeit haben Naturschützer eindringlich vor den Gefahren von nicht abbaubaren Kunststoffen in den Ozeanen gewarnt. 

Lölkes zitierte Schätzungen von Marktforschern, wonach die Zahl der weltweit verkauften 3D-Drucker im nächsten Jahr von 200 000 auf 500 000 steigen wird. Wegen der geringen Einstiegspreise von inzwischen rund 500 Euro nehme die private Nutzung der Technik deutlich zu.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Multimedia
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • In Bewegung
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2017 wieder schöne Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2017 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr