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Microsoft räumt Nokia-Debakel ein

Computer Microsoft räumt Nokia-Debakel ein

Die Übernahme der Handy-Sparte von Nokia wird für Microsoft zu einem monumentalen Flop. Der Windows-Riese schreibt auf den Deal den gewaltigen Betrag von 7,6 Milliarden Dollar (6,9 Mrd Euro) ab.

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Ein Smart-TV auf der US-Konsummesse ICS in Las Vegas. Foto: Dan Gluskoter

Redmond. Zudem verlieren 7800 Mitarbeiter ihre Jobs. Dieser Umbau kostet noch einmal bis zu 850 Millionen Dollar. Microsoft hatte sich die Übernahme insgesamt fast 9,5 Milliarden Dollar kosten lassen.

Microsoft hatte das Handy-Geschäft von Nokia im Frühjahr 2014 geschluckt. Die Idee dahinter war, dass man mit Software und Hardware aus einer Hand erfolgreicher sein könnte - wie es etwa Apple mit seinem iPhone vorgeführt hatte. Der erhoffte Absatzschub blieb jedoch aus. Geräte mit Googles Smartphone-System Android beherrschen die Verkäufe mit einem Marktanteil von bis zu 80 Prozent. Apple kommt auf rund 15 Prozent und ist hoch profitabel. Microsofts Lumia-Smartphones kommen nur auf wenige Prozent Marktanteil, obwohl die Verkäufe zuletzt zugelegt hatten.

Vor einem Jahr hatte Microsoft bereits den Abbau von rund 18 000 Jobs angekündigt, von dem frühere Nokia-Mitarbeiter massiv betroffen waren. Nach ursprünglichen Ankündigungen sollten bei der Übernahme über 30 000 Nokia-Mitarbeiter zu Microsoft wechseln. Der finnische Finanzminister Alexander Stubb warnte in einer ersten Reaktion, dass die Restrukturierung Auswirkungen auf den Staatshaushalt haben könnte.

Microsoft-Chef Satya Nadella betonte, es werde auch weiterhin Smartphones von Microsoft geben. Er stellte jedoch eine deutlich kleinere Modellpalette in Aussicht: "Auf kurze Sicht werden wir ein effizienteres und fokussiertes Portfolio an Mobiltelefonen anbieten und die Kapazitäten behalten, um uns langfristig im Mobilitätsbereich neu zu erfinden."

Zugleich erklärte Nadella, dass Microsoft kein eigenständiges Mobiltelefon-Geschäft mehr betreiben wolle. Der Konzern räumte klar ein, dass die Aussichten für die Geräte unter den ursprünglichen Erwartungen liegen. Die Sparte war vor kurzem bereits mit dem Windows-Bereich zusammengelegt worden. Der frühere Nokia-Chef Stephen Elop verließ dabei den Konzern. Er war von Microsoft zu Nokia gegangen, fädelte den Deal mit seinem früheren Arbeitgeber ein und übernahm danach die Führung des zusammengelegten Gerätebereichs.

Die Übernahme der Nokia-Handys war noch unter dem langjährigen Microsoft-Chef Steve Ballmer ausgehandelt worden. Sein Nachfolger Nadella setzte jedoch seit seinem Amtsantritt Anfang 2015 stärker auf das Geschäft mit Online-Diensten aus der Internet-Cloud und richtete Microsoft immer stärker darauf aus.

Microsoft hatte für die Nokia-Sparte ursprünglich einen Kaufpreis von 3,8 Milliarden Euro veranschlagt plus 1,65 Milliarden Euro für eine Lizenz auf Nokia-Patente auf zehn Jahre. Am Ende veranschlagte der Konzern einen Gesamtbetrag von 9,465 Milliarden Dollar dafür. Darin eingerechnet waren auch Bargeld-Reserven, Verbindlichkeiten und Lagerbestände des Nokia-Bereichs.

Die Börsianer scheinen sich nach einer vorsichtigen Vorwarnung im vergangenen Quartalsbericht bereits auf die Entwicklung eingestellt zu haben. Die Aktie notierte im frühen US-Handel kaum verändert mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent.

Für Nokias Gerätegeschäft ist es praktisch der Schlusspunkt nach einem spektakulären Abstieg vom Handy-Weltmarktführer in die Bedeutungslosigkeit. Der finnische Traditionskonzern hatte in der Ära moderner Smartphones mit dem Start des iPhone den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Entscheidend könnte eine Weichenstellung von Anfang 2011 gewesen sein: Als sich die Entwicklung eines eigenen neuen Betriebssystems in die Länge zog, setzte Elop auf Microsofts Windows Phone statt Googles Android.

dpa

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