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Microsoft schlägt Online-Werbung und Karten-Technologie los

Internet Microsoft schlägt Online-Werbung und Karten-Technologie los

Microsoft gibt den Großteil seines Geschäfts mit Online-Werbung an den Internet-Konzern AOL ab. Dieser werde für Microsoft künftig in neun Ländern das Geschäft mit Banner-Werbung sowie Video-Anzeigen und Werbung auf mobilen Geräten verwalten und verkaufen, erklärten die Unternehmen nach US-Börsenschluss.

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Microsoft-Chef Satya Nadella spricht in San Francisco. Foto: Brian Smale/Microsoft

Redmond/New York. s. Dazu gehören Plattformen wie MSN, Outlook, Skype sowie Apps in insgesamt neun Ländern, darunter die USA, Großbritannien oder Deutschland.

Im Gegenzug wird Microsofts Suchmaschine Bing für zehn Jahre bei AOL eingesetzt. Anders als das Online-Werbegeschäft ist Bing nach Angaben von Microsoft-Manager Rik van der Kooi gut aufgestellt. Es sei ein "Multimillionen Dollar Geschäft", das sich selbst trage, sagte Kooi dem Blog "MarketingLand".

Während Microsoft mit der Neuausrichtung das Werbegeschäft bis auf Anzeigen in seiner Suchmaschine aufgibt, gewinnt AOL mehr Gewicht im Wettbewerb mit Rivalen wie Google, Yahoo oder Facebook. Der Internet-Konzern wurde gerade vom Telekom-Riesen Verizon übernommen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg und des "Wall Street Journal" sollen auch rund 1200 Microsoft-Mitarbeiter zu AOL wechseln.

Zugleich steigt Microsoft aus der Datenerfassung für eigene digitale Karten aus. Davon soll der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber profitieren. Das Start-up übernimmt ausgewählte Technologie für Straßenaufnahmen und 3D-Bilder, ein Rechenzentrum sowie Kameras und einige Patente, wie Microsoft unter anderem dem "Wall Street Journal" und dem Technologieblog "Recode" bestätigte. Die Daten für Microsofts Bing Maps sollen künftig von Partnern kommen und bei dem Konzern zu einem fertigen Produkt verbunden werden. Den Berichten zufolge sollen rund 100 Mitarbeiter von Microsoft zu Uber wechseln. Zu welchem Preis der Bereich an Uber gehen soll, wurde nicht genannt.

Uber wurden bereits Ambitionen nachgesagt, den Kartendienst von Nokia zu kaufen, an dem auch die deutschen Autobauer Audi, Daimler und BMW interessiert sein sollen. Nokia ist mit seinem Dienst Here seit einigen Jahren ein wichtiger Datenlieferant für Microsofts Kartendienste. Nach der Milliarden-Übernahme des Smartphone-Geschäfts des finnischen Unternehmens durch Microsoft - noch unter der Führung von Steve Ballmer - hatte Nadella allerdings den Abbau von 18 000 Arbeitsplätzen auf den Weg gebracht. Das Gerätegeschäft wurde inzwischen mit der Windows-Sparte zusammengelegt.

"Karten sind das Herz dessen, was Uber groß macht", sagte Uber-Sprecherin Kristin Carvell der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Uber braucht Karten zur Abrechnung der Fahrten über Smartphones. Zudem forscht die Firma an neuen Lieferservices und selbstfahrenden Fahrzeugen, die auf hochpräzise Karten angewiesen sind. Der Deal könne Uber helfen, sich unabhängiger von Technologien von Google und Apple zu machen, schreibt das "Wall Street Journal".

dpa

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