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Netzagentur erlaubt Telekom umstrittenen Vectoring-Ausbau

Telekommunikation Netzagentur erlaubt Telekom umstrittenen Vectoring-Ausbau

Nach monatelangem Streit wird die Telekom ihre Kupfernetze in großem Stil mit der sogenannten Vectoring-Technik ausbauen dürfen. Die Wettbewerber des Bonner Konzerns erneuern ihre Kritik. Brüssel hat das letzte Wort.

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Glasfaserleitungen: Der Plan der Telekom, für rund sechs Millionen Haushalte schnelleres Internet auf Basis der herkömmlichen Kupferleitungen anzubieten, hatte in den vergangenen Monaten heftige Diskussionen ausgelöst.

Quelle: Peter Kneffel

Bonn. Die Deutsche Telekom bekommt in Deutschland grünes Licht für den Ausbau schneller Internet-Anschlüsse mit Hilfe der umstrittenen Vectoring-Technologie.

Die Bundesnetzagentur legt ihre Entscheidung nun der EU-Kommission zur Freigabe vor. Der Plan der Telekom, für rund sechs Millionen Haushalte schnelleres Internet auf Basis der herkömmlichen Kupferleitungen anzubieten, hatte in den vergangenen Monaten heftige Diskussionen ausgelöst.

Konkurrenten sprachen von einer "Remonopolisierung" und kritisierten unter anderem, dass damit dem Glasfaser-Ausbau in den Gegenden die wirtschaftliche Grundlage entzogen werde. Aus technischen Gründen müssen beim Vectoring über 100 000 Anschlüsse von Wettbewerbern abgeklemmt werden.

Netzagentur-Chef Jochen Homann erklärte am Donnerstag, der überarbeitete Entwurf greife konstruktive Vorschläge auf. Unter anderem könnten Wettbewerber der Telekom im Vergleich zum ersten Vorschlag nun mehr Nahbereiche selbst mit Vectoring erschließen. Und sie sollen einen Vectoring-Ausbau auch vornehmen können, wenn die Telekom ein Gebiet vollständig mit Glasfaseranschlüssen bis ins Haus versorgt. Zudem soll die Telekom auf ihren Vorschlag hin mit Sanktionen belegt werden, wenn sie Ausbauversprechen nicht einhalte.

Zugleich sprach sich Homann grundsätzlich für den Plan aus: "Wir kommen auch nach nochmaliger intensiver Analyse zu dem Schluss, dass ein Vectoring-Ausbau der Nahbereiche hilft, den Breitbandausbau zu fördern. Es werden weder der Wettbewerb außer Kraft gesetzt noch werden andere Technologien ausgebremst."

Mit der Vectoring-Technik kann über die bestehenden Kupferleitungen, die früher alleine zum Telefonieren verwendet wurden, zumindest theoretisch eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Die Telekom verpflichtet sich, bis Ende 2018 Nahbereiche mit der Technologie zu erschließen.

Die Telekom äußerte sich vorsichtig. Es scheine, dass ihre Wettbewerber mehr Möglichkeiten bekämen, Vectoring in den Nahbereichen exklusiv auszubauen. "Kritisch daran ist, dass ein vollständiger Ausbau der Nahbereiche nur gelingen kann, wenn ein Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und unwirtschaftlichen Gebieten erfolgen kann", erklärte ein Sprecher.

Vom Verband der Telekom-Wettbewerber VATM, der in den vergangenen Monaten bereits Front gegen die Pläne machte, kam neue Kritik. Die Netzagentur ignoriere nach wie vor weitgehend die Auswirkungen für die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Glasfaserausbaus, erklärte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Der Investitionswettbewerb werde an "ganz zentralen Stellen" zugunsten des Ex-Monopolisten ausgehebelt. Wichtig sei jetzt, welche konkreten Verbesserungen für die Wettbewerber in dem neuen Entwurf vorgenommen worden seien. Dazu gebe es aber noch keine konkreten Angaben.

Auch der Bundesverband Glasfaseranschluss verwies darauf, dass erst der Text der Entscheidung abgewartet werden müsse. Unter anderem sei wichtig, mit welchen Mitteln die Netzagentur dafür sorgen wolle, dass Wettbewerber mehr Nahbereiche erschließen könnten.

Der Chef des Oldenburger Telekommunikations- und Energieanbieters EWE, Matthias Brückmann, schloss einen Gang zum Gericht nicht aus. "Wir müssen die umfassende Begründung abwarten, aber wir sind auf Basis der Informationen, die bislang vorliegen, enttäuscht von der Entscheidung", betonte er.

dpa

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