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Neue Töne in Apples Musikgeschäft erwartet

Computer Neue Töne in Apples Musikgeschäft erwartet

Apple will 14 Jahre nach dem ersten iPod-Player die Initiative im Musik-Geschäft zurückgewinnen. Bei der diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC wird der Startschuss für einen neuen Musik-Streamingdienst erwartet, der Rivalen wie Spotify, Deezer oder Napster herausfordern soll.

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Musikfreunde unter sich: Apple-Chef Tim Cook und U-2-Sänger Bono. Foto: Monica Davey/Archiv

San Francisco. Nach Informationen aus der Musikbranche plant Apple einen Abo-Service in mehreren Ländern. Das bisher nur in den USA verfügbare iTunes Radio solle verbessert und ebenfalls international nutzbar werden. Die Musik-App auf Apples iPhones solle zur zentralen Schaltstelle für alle Angebote werden.

Die Apple-Musik soll nicht nur für Nutzer von hauseigenen Geräten erreichbar sein, sondern auch auf dem rivalisierenden Android-System von Google. Apple knüpft damit an die iTunes-Tradition an: Der Musikplayer iPod und die dazugehörige Software wurden einst auch erst richtig erfolgreich, nachdem Apple sie für Nutzer des konkurrierenden Betriebssystems Windows von Microsoft geöffnet hatte.

Apple ginge mit einem Streaming-Service auf die neuen Gewohnheiten der Verbraucher ein. Mit den Downloads auf seiner iTunes-Plattform ist der iPhone-Konzern zwar immer noch der größte Musik-Verkäufer der Welt. Aber der Trend geht ganz klar zum Streaming, bei dem die Songs nicht zum Kauf heruntergeladen, sondern direkt aus dem Netz abgespielt werden.

Dem "Wall Street Journal" zufolge soll das Abo bei Apple rund zehn Dollar im Monat kosten - und damit in etwa soviel wie bei der Konkurrenz. Die Rivalen hatten zuvor befürchtet, Apple könnte sich bei den Musik-Konzernen bessere Konditionen sichern und ihnen mit einem niedrigeren Preis das Wasser abgraben.

Die Zeitung schrieb vor wenigen Tagen, Apple habe immer noch keine neuen Verträge mit den drei großen Musikfirmen. In der Branche geht man aber davon aus, dass der Konzern auf der Konferenz in San Francisco Musikstars auf der Bühne haben und seine neuen Musikdienste zumindest ankündigen wird.

Die Musikindustrie verbindet mit dem Einstieg von Apple ins Streaming-Geschäft die Hoffnung auf höhere Einnahmen, schließlich hat der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Kunden, die es gewohnt sind, für Songs und Apps zu bezahlen. Beim Streaming-Marktführer Spotify ist aber nur jeder Vierte der über 60 Millionen Nutzer ein zahlender Kunde. Das ist eine sagenhafte Quote im Vergleich etwa zu Online-Spielen - aber viel zu wenig aus Sicht der Plattenfirmen.

Apples Musik-Offensive dürfte die restlichen Ankündigungen der WWDC in den Schatten stellen. Zumal der erwartete Vorstoß in den Fernsehmarkt laut Medienberichten wohl noch auf sich warten lassen wird.

Zeitweise wurde damit gerechnet, dass Apple in San Francisco auch einen TV-Service vorstellt, bei dem diverse US-Sender über das Internet verfügbar wären. Das könnte den amerikanischen Markt aufmischen, auf dem man heute noch meist einen teuren Kabel- oder Satellitenvertrag braucht. Doch die Rechteverhandlungen zögen sich hin, schrieb das Technologieblog "Recode".

Das ist auch der Hintergrund dafür, dass die erwartete Aktualisierung der Box Apple TV, die an den Fernseher angeschlossen wird, bei der WWDC vermutlich ausbleibt, wie die "New York Times" berichtete. Die jüngste Generation der Box kann ohnehin jetzt schon als Kommunikations-Hub für die Vernetzung des Haushalts über die neue Plattform HomeKit agieren.

Bereits eine Woche vor der WWDC wurden erste Geräte vorgestellt, die sich via iPhone oder Siri-Sprachsteuerung bedienen lassen: Glühbirnen, Türsensoren, Steckdosen-Schalter. Das Verbindung zu den Geräten wird über ein Login beim Apple-Dienst iCloud hergestellt.

Für die Apple Watch wird bei der WWDC eine Software-Aktualisierung präsentiert, mit der App-Entwickler auch direkten Zugriff auf die Sensoren der Computeruhr bekommen. Das hatte Apple-Manager Jeff Williams bereits Ende Mai verraten. Sie werde aber erst im Herbst die breiten Nutzer-Massen erreichen.

Dann dürften auch die neuen Varianten der Betriebssysteme iOS für iPhones und iPads sowie OS X für die Mac-Computer verfügbar sein. Bei diesen Programmen, die traditionell auf der WWDC präsentiert werden, soll der Fokus diesmal aber eher auf Qualitätsverbesserungen statt des großen Redesigns der vergangenen Jahre liegen, wie das gewöhnlich gut informierte Tech-Blog "9to5Mac" erfuhr. In den bisher nur in den USA verfügbaren Bezahldienst sollen laut Medienberichten Kundenkarten integriert werden.

dpa

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