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Rückblick2015: Angst vor Cyber-Terror

Jahreswechsel Rückblick2015: Angst vor Cyber-Terror

Seit Jahren läuft zwischen den USA, Russland und China ein Wettrüsten im Cyberspace. Doch im Angesicht der neuen Terror-Bedrohung werden Stimmen lauter, die sich für eine Zusammenarbeit der konkurrierenden Staaten gegen mögliche Online-Sabotage aussprechen.

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Die kritische Infrastruktur ist derzeit nicht wirklich gut geschützt, warnen Experten.

Quelle: Nicolas Armer

Berlin. "Hacker nehmen Kraftwerke ins Visier", "Cyber-Angriffe könnten Flughäfen lahm legen" - Die Sorge, dass Staaten bei Konflikten auch zur Cyber-Kriegsführung greifen und über das Internet lebenswichtige Infrastruktur attackieren, machte in den vergangenen Monaten große Schlagzeilen.

Doch nach den Anschlägen von Paris rückt die Angst vor dem Cyber-Terror in den Vordergrund. In Großbritannien läutete Finanzminister George Osborne die Alarmglocke. Die Terror-Miliz IS nutze das Internet bereits für Propaganda und Planung, warnte er. Noch sei sie nicht in der Lage, "Menschen zu töten, indem sie unsere Infrastruktur mit einem Cyber-Angriff attackiert", schränkte er ein. "Aber wir wissen, dass sie das wollen und ihr Bestes tun, um das zu schaffen."

Die Briten pumpen jetzt zusätzlich 1,9 Milliarden Pfund (2,7 Mrd Euro) über einen Zeitraum von fünf Jahren in die Abwehr von Cyber-Bedrohungen. Osborne geizte nicht mit starken Worten, um von seinen Landsleuten mehr Wachsamkeit einzufordern: "Der Ausgangspunkt muss ein, dass jedes britische Unternehmen ein Ziel ist, dass jedes britische Netzwerk angegriffen werden wird."

"Wir stehen vor dem Beginn der Ära des Cyber-Terrorismus", warnt auch der russische IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky. Und die kritische Infrastruktur sei derzeit nicht wirklich gut geschützt. "Viele Systeme, mit denen die Anlagen laufen, haben eklatante Sicherheitslücken und sind mit dem Internet verbunden. Schlimmer noch, die Schwachstellen sind hinreichend bekannt."

Kaspersky hofft, dass nach den Attentaten von Paris und den neuen Bedrohungen die Geheimdienste verschiedener Länder sich zu einer Kooperation gegen den gemeinsamen Gegner im Cyberspace durchringen können. "Die ganz bösen Jungs sind organisiert, kennen sich im Netz gut aus und sollen sogar einen technischen Support rund um die Uhr haben." Das könne man nur mit Informationsaustausch und koordiniertem Vorgehen bekämpfen. "Sie sind noch nicht bereit dazu. Aber das wird sich ändern."

Bisher kam eher ein digitales Wettrüsten zwischen den Ländern in Fahrt. "Es ist ein Streben nach Dominanz wie einst am Boden, zu Wasser oder in der Luft", sagt Dave DeWalt, der Chef der IT-Sicherheitsfirma FireEye, die häufig große Online-Angriffe auf amerikanische Unternehmen und Behörden untersucht. "In dem Cyber-Wettrüsten versucht gerade jeder Staat, einen Vorteil zu erlangen." Denn wer das Internet kontrolliere, halte heute einen Schlüssel zu allem. Schon heute schlügen dabei geopolitische Spannungen direkt auf die Internet-Welt durch. "Die US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Russland - schon werden US-Banken und Einzelhändler von Hackern aus Russland ausgenommen", sieht DeWalt eine Verbindung. Und umgekehrt könnten Cyberattacken in Zukunft zu Vergeltungsschlägen in der realen Welt führen. Der Amerikaner fürchtet auch mehr Attacken wie auf Sony Pictures, die ganze Unternehmen ausradieren können. "In der physischen Welt haben wir Organisationen wie die Vereinten Nationen geschaffen. Im Cyberspace haben wir keine Friedensverträge und niemand will seinen Vorteil aufgeben."

dpa

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