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Schwacher PC-Markt und Smartphone-Probleme bremsen Lenovo

Computer Schwacher PC-Markt und Smartphone-Probleme bremsen Lenovo

Der teure Kauf des traditionsreichen Mobiltelefon-Anbieters Motorola brachte Lenovo bisher nicht die erhoffte Stärke im Smartphone-Markt. Der chinesische Konzern will daraus Lehren ziehen und mit einer angepassten Mehrmarken-Strategie weitermachen.

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Ein Smartphone der Moto-Serie: Die Integration des übernommenen Handy-Pioniers Motorola macht Lenovo wenig Freude. Foto: Maxim Shipenkov

Peking. Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo wird durch Probleme im Smartphone-Geschäft gebremst. Die Integration des übernommenen Handy-Pioniers Motorola habe die Erwartungen bisher nicht erfüllt, räumte das chinesische Unternehmen.

Der Umsatz fiel im vergangenen Vierteljahr im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar. Zugleich legte der Gewinn in dem Ende März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal unter anderem dank Sparmaßnahmen von 100 auf 180 Millionen Dollar zu.

Im Smartphone-Geschäft sanken die Verkäufe in China um 85 Prozent, weil andere einheimische Rivalen beim Absatz der Telefone außerhalb der Verkaufskanäle von Mobilfunk-Anbietern erfolgreicher waren. Lenovo will unter anderem mit der - wie bei der Konkurrenz - online vertriebenen Marke Zuk gegensteuern.

In Europa sei in einigen Märkten ebenfalls eine Verlagerung der Smartphone-Verkäufe von den Mobilfunk-Anbietern hin zum offenen Handel zu sehen, sagte Europachef Luca Rossi der Deutschen Presse-Agentur. Der Hauptfokus soll hierzulande aber weiterhin auf den beiden Hauptmarken Lenovo und Motorola liegen.

Dabei werde Lenovo als Marke für günstigere Modelle positioniert und Motorola für teurere Geräte mit mehr Innovationen. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika liege Lenovos Anteil am Smartphone-Markt unter drei Prozent. Insgesamt habe sich das Geschäft für den Konzern dort und in Lateinamerika aber besser entwickelt als in China und den USA. Lenovo hatte für Motorola rund 2,6 Milliarden Dollar bezahlt.

Im PC-Markt hofft Lenovo auf eine Belebung des Geschäfts mit Unternehmen im zweiten Halbjahr. Zum einen laufen dann die kostenlosen Upgrades auf das neue Microsoft-System Windows 10 aus, zum anderen stellt der Software-Konzern die Unterstützung einiger Versionen von Windows 7 ein.

Nachdem der weltweite PC-Markt im vergangenen Jahr erneut um zehn Prozent gefallen war, rechnet Lenovo für 2016 mit einem Minus im niedrigen einstelligen Prozent-Bereich. Der Konzern will bei Tablets, die mit einer Ansteck-Tastatur als PC-Ersatz genutzt werden können, nachlegen. Das ist eine der Gerätekategorien, die auch in der Flaute gewachsen ist.

Lenovo hält sich mit einem Anteil von rund 20 Prozent an der Spitze des PC-Marktes. Er rechne mit einer weiteren Konzentration des Geschäfts bei den großen Anbietern auf Kosten kleinerer Player, sagte Rossi. Branchen-Analysten weisen schon lange darauf hin, dass die Großen unter anderem besser die Folgen des starken Dollar-Kurses abfedern können, der PCs in vielen Regionen teurer macht. In Westeuropa habe sich der Effekt in Grenzen gehalten, in Ländern wie Russland sei die Abschwächung des Rubel dagegen für PC-Käufer dramatisch gewesen.

An dem zusammen mit Motorola übernommenen Smartphone-Geschäft wolle Lenovo festhalten, sagte Rossi. "Auch wenn der Markt bisher nicht explosiv gewachsen ist." Motorola macht Uhren mit dem Google-System Android Wear, während die im vergangenen Jahr gestartete Apple Watch aus dem Stand zum Marktführer geworden ist.

dpa

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