Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Wie Science-Fiction: Die Digitalisierung der Intralogistik

Industrie Wie Science-Fiction: Die Digitalisierung der Intralogistik

Fahrerlose Fahrzeuge, Kühlschränke, die selbstständig Milch bestellen - für viele klingt das noch nach ferner Zukunft. Dabei ist die Technologie dahinter längst Alltag: In den Lagerhallen der Industrie geht es zu wie in einem Science-Fiction-Film.

Voriger Artikel
Berichte: Nach LinkedIn auch bei MySpace großes Datenleck
Nächster Artikel
WLAN-Hotspots: Verein warnt vor "Hintertüren"

Ein Roboter transportiert im VW-Werk in Wolfsburg einen Motorblock mit Radaufhängung.

Quelle: Sebastian Gollnow/Archiv

Hannover. Die meisten Kühlschränke sind nach wie vor sehr dumm - sie erkennen nicht, wann die Milch sauer ist. Sie bestellen im Supermarkt auch keinen Nachschub und wissen nicht, was ihre Besitzer besonders gerne essen.

Dabei gibt es längst Kühlschränke, die all das können - doch sie sind teuer und in Deutschland gefällt vielen Menschen der Gedanke nicht, dass der Kühlschrank und damit der Hersteller zu viel über ihre Vorlieben weiß. Während diese Technik im Privaten also noch Zukunftsmusik ist, hat sie sich im Bereich der Intralogistik längst durchgesetzt. Von Dienstag an stellt die Industrie die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich auf der Branchen-Leitmesse Cemat in Hannover vor.

"Intralogistik ist der Teil der Logistik, der nicht auf der Straße stattfindet. Es geht um Transport innerhalb eines Gebäudes", erklärt Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat-Präsidiums und Geschäftsführer eines großen Intralogistik-Herstellers aus dem westfälischen Beckum, der Beumer Group.

Also quasi die Technik der intelligenten Kühlschränke im Großformat: Regalsysteme, in denen sich die Produkte bei fahrerlosen Transportern melden, und ihnen mitteilen, wann und wo sie abgeliefert werden müssen. Von solch einer vollständig automatisierten Firma sind die Entwickler nicht mehr weit entfernt. Besonders was autonome Fahrzeuge angeht, sei man im Rahmen der Intralogistik schon sehr fortgeschritten, sagt Beumer.

Spektakuläre Beispiele dafür lassen sich in den Produktionshallen von Volkswagen, bei Salzgitter oder Unilever beobachten. Ganze Flotten von autonomen Fahrzeugen rollen wie von Geisterhand durch die Hallen. Fahrerlose Gabelstapler lagern Paletten in Regale ein. Transportroboter liefern den Monteuren die benötigten Fahrzeugteile in der richtigen Reihenfolge direkt an den Montageplatz. Mit Hilfe dieser Maschinen werden interne Abläufe optimiert, Prozesse beschleunigt und Kosten eingespart.

"30 bis 40 Prozent unserer fahrerlosen Systeme verkaufen wir an die Automobilindustrie", sagt Ronald Kretschmer. Er ist Marketingchef beim Intralogistik-Unternehmen E&K Automation aus dem Kreis Harburg. Ein Großteil der dort verkauften Anlagen besteht aus gleich mehreren autonomen Transportfahrzeugen. Durchschnittlich 400 000 bis 600 000 Euro kostet so eine Anlage im Durchschnitt, je nach Ausprägung.

Doch noch folgen die Fahrzeuge an ihrem Einsatzort größtenteils starren, vorgegebenen Strecken. Sie orientieren sich an Lichtsensoren oder Magnetstreifen auf dem Boden. "Ein großes Forschungsthema ist deshalb die vollständige Autonomie", sagt Marian Köller vom Innovationszentrum Niedersachsen: "Sich ausweichen, neue Ziele selbstständig erkennen und ansteuern, dahin soll die Reise gehen."

Dafür benötigen Firmen die entsprechende Software. Nur durch die Digitalisierung können sich Fahrzeuge, Produkte und Regalsysteme untereinander vernetzen, miteinander kommunizieren und dazu lernen. Das ist nicht nur ein Thema der Großkonzerne. Die Digitalisierung der Intralogistik betreffe auch die Kleinen, sagt Köller. Schon jetzt griffen die mittleren Betriebe etwa auf Assistenzsysteme zurück, mit denen die Mitarbeiter schneller den Überblick über das Lager und die Regale erhalten.

"Natürlich nutzt es einem klassischen Maschinenbaubetrieb nichts, jetzt Industrie 4.0-mäßig irgendwelche Fahrzeuge hin und her fahren zu lassen", sagt Beumer. "Da schießt man mit Kanonen auf Spatzen." Doch seien auch kleinere Unternehmen schlecht beraten, sich den neuen Entwicklungen zu verschließen.

Schließlich reichen Schnittstellen mit der Intralogistik bis in den Alltag der Menschen hinein. Die Kühlschränke sind da nur ein Beispiel. Wenn der Paketbote in Zukunft nur wenige Stunden nach der Bestellung an der Haustür klingelt, oder der Bierkasten im Keller dem Supermarkt mitteilt, dass das Bier alle ist: "Dann steckt hinter diesen Prozessen die Technik aus der Intralogistik", sagt Köller.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Multimedia
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • In Bewegung
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2017 wieder schöne Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2017 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr