Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama An Bord der Luxusdampfer
Nachrichten Panorama An Bord der Luxusdampfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 05.02.2018
Dampfende Riesen: Die Ausstellung „Ocean Liners: Speed and Style“ zeigt die Ära imposanter Schiffe wie die französische „Normandie“. Quelle: Foto: Victoria & Albert Museum
London

Das goldene Zeitalter, es ist längst vergangen und allein die Nostalgie scheint geblieben. Als es vier, fünf Tage oder auch länger dauerte, den Atlantik zu überqueren und die High Society der Welt sich sowohl auf dem Vergnügungsdeck der Ozeandampfer als auch im Glamour der schwimmenden Paläste sonnte. Als sich Europas Staaten einen Wettstreit um Design, Größe und Geschwindigkeit auf den Meeren lieferten. Im Londoner Victoria & Albert Museum sind jene Jahre mit all ihrer Pracht plötzlich zurück.

Im Hintergrund läuft Swing-Musik, das Schiffshorn der Queen Mary ertönt und an der Decke glitzert fast kitschig ein Sternenhimmel, während riesige Modelle der legendären Schiffe, Originalmöbel und -mode von Bord, Gemälde und Bronzen oder Videoaufnahmen der luxuriösen Reisen präsentiert werden.

Schnittig und luxuriös – so wollte man damals reisen. Quelle: Dpa

Mit der neuesten Ausstellung „Ocean Liners: Speed and Style“ wird die große Ära der Ozeandampfer wiederbelebt – so romantisch, so besonders und so einflussreich wie das Verkehrsmittel zumindest für Teile der Gesellschaft gewesen ist.

Der Reichtum der Zeit spiegelte sich im Design

Die Geschichte beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich zunehmend Menschen auf den Schiffen drängelten, um vor religiöser Verfolgung oder Hungersnöten von Europa nach Amerika auszuwandern. Rund elf Millionen Emigranten machten die Überfahrt in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Doch als die USA 1921 ihre Einreisebestimmungen verschärften und die häufig dreckigen, unkomfortablen Dampfer nicht mehr so viele Passagiere anlockten, reagierten auch die Reedereien. Das Buhlen um die Reichen begann, was sich vor allem auf das Innendesign auswirkte. „Die Ozeandampfer als mächtige Symbole von Fortschritt und Technik und als Wahrzeichen nationaler Identität haben die moderne Welt mitgeprägt“, sagt Kuratorin Ghislaine Wood.

Der Wettbewerb um die schnellsten Schiffe hatte begonnen

Durch sie könne man die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts nachvollziehen, denn die einzelnen Länder hätten Design und Form genutzt, um ihre Vorstellung einer modernen Nation anzupreisen.

Die britische „Queen Mary“, die französische „Ile de France“ oder die „Bremen“ aus Deutschland – die historischen Poster, die in der Ausstellung gezeigt werden, verdeutlichen den Wettbewerb der Europäer um die schönsten, schnellsten und luxuriösesten Schiffe. So gewann der deutsche Dampfer etwa 1929 das Blaue Band, weil er die Transatlantikroute nach New York schneller schaffte als die Konkurrenz. „Außerdem war die ,Bremen‘ ein radikal modernes Schiff und ungeheuer einflussreich, weil es als erstes die stromlinienförmige maritime und moderne Architektur von außen mit dem Inneren des Schiffs verbunden hat“, sagt Wood.

Marlene Dietrich war ein Fan des Langsamreisen

Bei den Dampfern handelte es jedoch nicht nur um Passagierschiffe. Während der Kriege etwa wurden sie auch als militärische Mittel eingesetzt. Bei den Briten war es die „Queen Mary“, mit der sie die Vormachtstellung der Flotte und Marine des Empires untermauerten. Und auf der die Oberschicht ihr ausschweifendes Leben feierte. Zu den Fans des Langsamreisens zählte Schauspielerin Marlene Dietrich, von der Filmaufnahmen gezeigt werden, wie sie ein Dior-Kostüm tragend 1950 in New York von der „Queen Elizabeth“ an Land geht, als handele es sich um einen Laufsteg.

Marlene Dietrich liebte die Fahrt auf der „Queen Mary“. Quelle: Bettmann ArchiveBettmann Archive

Besucher der Ausstellung, die noch bis zum 17. Juni läuft, dürften zudem besonders beeindruckt sein vom Art-Déco-Stil der französischen „Normandie“ – die Original-Teile zeugen von der unübertroffenen Eleganz des Interior Designs dieses Schiffes. „Eines der Vermächtnisse der Ozeandampfer ist, wie sehr sie die moderne Architektur beeinflusst haben“, sagt Kuratorin Wood. Das Design und die Bauweise der Meeresriesen, die Tausende Menschen unterbrachten und versorgten, dienten vielen Architekten als Vorbild für modernen Einrichtungsstil und Wohnungsbau an Land.

Die Titanic fehlt natürlich nicht – auch wenn sie eine Nebenrolle spielt

Natürlich fehlt auch das berühmteste Schiff nicht, obwohl die „Titanic“ nur eine Nebenrolle in der Londoner Schau spielt. So steht etwa in einer Ecke ein Liegestuhl des Dampfers, der bei seiner Jungfernfahrt im Jahr 1912 gesunken ist. Zudem ist das Fragment einer dekorativen Holztäfelung aus dem Salon der ersten Klasse erstmals in Europa zu sehen. Das größte erhaltene Teil der „Titanic“ stammt exakt von jener Stelle, an der das Schiff auseinandergebrochen ist.

Eindrucksvoll auch die nachgebildete, breit geschwungene Holztreppe – ein wichtiges Element auf den Luxusdampfern jener Zeit. So konnten die reichen Damen betont langsam und mit größtmöglicher Theatralik ins Restaurant zum Abendessen hinabschreiten, um ihre feinen Roben zu präsentieren und maximale Aufmerksamkeit zu erreichen.

Von Katrin Pribyl/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eben noch hatte sie ihrer kleinen Enkelin Aldi-Mischgemüse zum Mittagessen gekocht – kurz darauf machte Pat Bateman aus Cornwall eine widerliche Entdeckung: Zwischen tiefgefrorenen Erbsen, Möhren und Bohnen lag eine halbe Ratte. Die örtliche Aldi-Filiale fand das zunächst aber gar nicht sonderlich aufregend.

05.02.2018

An Bord einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot in ein Feuer ausgebrochen. Die Powerbank eines Passagiers stand plötzlich in Flammen. Ein Fluggast hat den dramatischen Vorfall gefilmt.

05.02.2018

In einem Haus in Esslingen bei Stuttgart ist eine vierköpfige Familie ums Leben gekommen. Die Polizei geht von einem tragischen Unglück auf. Erste Hinweise deuten auf eine Kohlenmonoxidvergiftung hin.

05.02.2018