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Angehörige und Betroffene gedenken Germanwings-Opfern

Unfälle Angehörige und Betroffene gedenken Germanwings-Opfern

Vor genau einem Jahr zerschellte ein deutscher Airbus in den Alpen. Nun haben im Absturzgebiet und in Haltern am See Angehörige und Mitschüler der Opfer innegehalten. Angehörige kamen der abgelegenen Unglücksstelle sehr nahe.

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Die Absturzstelle nahe dem französischen Örtchen Le Vernet. Foto: Guillaume Horcajuelo

Le Vernet/Haltern (dpa) - Ein Jahr nach dem Germanwings-Absturz ist in den französischen Alpen und in Haltern am See der 150 Opfer gedacht worden.

Zur Absturzzeit um 10.41 Uhr hielten Hunderte Menschen in dem Alpenort Le Vernet und in der Stadt am Nordrand des Ruhrgebiets bei einer Schweigeminute inne.

Vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern, das 16 Schüler und zwei Lehrerinnen verlor, versammelten sich vor einer mit Blumen und Kerzen geschmückten Gedenkstätte vor allem Mitschüler, Lehrer und Bürger. In der ganzen Stadt läuteten die Kirchenglocken. Anschließend hielten die Kirchen einen Gottesdienst ab. "Es ist mit Sicherheit das Schlimmste und Schwierigste, was dieser Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg passiert ist", sagte Bürgermeister Bodo Klimpel.

In dem kleinen Alpenort Le Vernet kamen 600 Angehörige zusammen. Die Lufthansa als Mutterkonzern hatte eine streng abgeschirmte Zeremonie organisiert. "Wir sind heute nach Le Vernet gekommen, um der Opfer zu gedenken und ihnen die Ehre zu erweisen", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Dieser tragische Absturz hat unglaubliches Unglück über viele, viele Menschen gebracht. Dieses Unglück können auch wir nicht lindern, aber wir können zumindest den Angehörigen beistehen." 

Einige der Hinterbliebenen brachen nach der Gedenkfeier zum Col de Mariaud auf. Von dem Bergrücken aus ist die schwer zugängliche Unglücksstelle an einem steilen Felsgebirge zu sehen.

Am Düsseldorfer Flughafen, dem Zielflughafen, wurde eine Gedenkinschrift im "Raum der Stille" ihrer Bestimmung übergeben. Auch Terminalbereich verharrten Fluggäste in einer Schweigeminute.  

Der psychisch kranke Copilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug am 24. März 2015 absichtlich in den Felsen gesteuert. Der Airbus war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Alle 150 Menschen an Bord starben, 72 davon aus Deutschland. 51 kamen aus Spanien.

Spohr bekräftigte seinen Willen zu "konstruktiven Lösungen" bei den Entschädigungen. "Wir haben von Anfang an gesagt, wir werden uns großzügig zeigen und haben uns auch im ersten Jahr großzügig gezeigt." Für jedes Opfer wurde nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50 000 Euro gezahlt. Dazu sollen 25 000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10 000 Euro bekommen.

Viele Opferfamilien wollen allerdings in den USA klagen und hohen Schadenersatz fordern. Der Copilot hatte seine Ausbildung in einer Flugschule der Lufthansa in Arizona absolviert. Die Klage soll nach Angaben des US-Anwalts der Kläger, Brian Alexander, aber erst in etwa einer Woche vor einem Gericht in Phoenix eingereicht werden. Es müssten gegenwärtig noch neue Erkenntnisse eingearbeitet werden.

dpa

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