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Panorama Auto explodiert: Tote nach Anschlag in Izmir
Nachrichten Panorama Auto explodiert: Tote nach Anschlag in Izmir
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22:13 05.01.2017
Bei Twitter werden erste Bilder vom angeblichen Explosionsort in Izmir veröffentlicht. Quelle: Twitter
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Izmir

Vier Tage nach dem verheerenden Terrorangriff in der Silvesternacht in Istanbul ist die bislang ruhige westtürkische Metropole Izmir von einem tödlichen Anschlag erschüttert worden.

Bei der Explosion einer Autobombe vor dem Justizgebäude seien am Donnerstag mindestens zwei Menschen getötet worden, sagte Izmirs Gouverneur Erol Ayyildiz am Tatort. Es handele sich um einen Polizisten und einen Justizmitarbeiter. Erste Anzeichen deuteten auf eine Urheberschaft der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hin.

Zwei Angreifer erschossen

Ayyildiz sagte, zusätzlich zu der Detonation vor dem Justizgebäude sei es zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem zwei Terroristen getötet worden seien. Mindestens sechs Menschen seien verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach einem dritten Angreifer werde gesucht. Ayyildiz bestätigte das nicht.

Der Gouverneur sagte, die Polizei habe den zur Bombe umgebauten Wagen an einem Checkpoint vor dem Justizgebäude gestoppt. Die Terroristen seien daraufhin ausgestiegen und weggelaufen. Es sei zum Schusswechsel gekommen. Dabei hätten die Angreifer die Bombe gezündet. Die Terroristen hätten zwei Schnellfeuergewehre, eine Panzerfaust mit acht Granaten sowie acht Handgranaten mit sich geführt. Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak sagte, der Polizei sei es gelungen, ein „sehr großes Massaker“ zu verhindern.

Anschlagswelle erschüttert das Land

Izmir ist die drittgrößte Stadt der Türkei. Von der Eskalation der Gewalt im Land seit Sommer 2015 ist sie bislang weitgehend verschont geblieben. Schwere Anschläge waren dort seitdem nicht verzeichnet worden. Alleine in den vergangenen vier Wochen kam es in der Türkei zu einer ganzen Reihe terroristischer Angriffe, die insgesamt mehr als 100 Menschen das Leben kosteten.

Am 10. Dezember sprengten sich Attentäter der PKK-Splittergruppe TAK in Istanbul nach einem Fußballspiel in die Luft (mindestens 45 Tote). Die TAK war auch verantwortlich für einen Anschlag im zentralanatolischen Kayseri eine Woche später (14 Tote). Am 19. Dezember wurde der russische Botschafter in Ankara erschossen. In der Silvesternacht kam es dann zu dem Terrorangriff in Istanbul.

In der Nacht zu Mittwoch hatte das Parlament in Ankara beschlossen, den seit Juli geltenden Ausnahmezustand bis zum 19. April zu verlängern. Als Begründung für ihren Antrag gab die Regierung unter anderem die anhaltenden terroristischen Angriffe im Land an.

Von RND/dpa

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