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Panorama Bereits neun Tote durch "Florence“ - Chaos weitet sich aus
Nachrichten Panorama Bereits neun Tote durch "Florence“ - Chaos weitet sich aus
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22:03 15.09.2018
Immer mehr Häuser drohen von den Fluten, die Sturm „Florence“ mit sich bringt, mitgerissen zu werden. Quelle: AP
Lenoir

In North Carolina sind Tausende wegen ansteigenden Flüssen zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. Der Tropensturm „Florence“ saß am Samstag beinahe fest und brachte weiteren Starkregen, weswegen befürchtet wurde, dass der US-Bundesstaat die verheerendsten Überschwemmungen seiner Geschichte erleben könnte. Die Zahl der Todesopfer stieg auf neun.

Wirbelsturm „Florence“ wütet an der Ostküste in den USA und liefert zum Teil schreckliche Bilder.

Die Küstenwache holte nach eigenen Angaben Dutzende Menschen von Hausdächern und überfluteten Autos und Rettungsteams brachten mit Schlauchbooten Menschen aus überfluteten Häusern in Sicherheit. An manchen Orten fielen mehr als 60 Zentimeter Regen und Meteorologen sagten, dass übers Wochenende noch 45 Zentimeter hinzu kommen könnten.

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Flussstände stiegen auf historische Höhenmarken, was zu weiteren Überschwemmungen führen könnte. „Ich kann es nicht überbetonen: Die Fluten steigen, und wenn Sie deshalb nicht aufpassen, riskieren Sie Ihr Leben“, warnte Gouverneur Roy Cooper.

„Florence“ eine „ungebetene Bestie“

Die Behörden ordneten die sofortige Evakuierung von geschätzt 2800 Häusern am Cape-Fear-Fluss und am Little River an. Das betroffene Gebiet reichte in die Stadt Fayetteville. Knapp 150 Kilometer landeinwärts wurden im Bezirk Harnett die Bewohner von etwa 1100 Häuser aufgefordert, diese zu verlassen, da der Wasserstand des Little River sich historischen Höchstmarken näherte.

In South Carolina starb eine 61-Jährige, als ihr Fahrzeug auf einen Baum prallte, der auf eine Fernstraße gefallen war. In North Carolina teilte die Polizei von Wilmington mit, dass eine Mutter und ein Baby getötet worden seien, als ein Baum auf ein Haus gestürzt sei. Ein 77-jähriger Mann starb laut Behördenangaben im Bezirk Lenoir, als er draußen nach seinen Hunden sehen wollte. Nach Angaben des Gouverneursbüros erlitt ein anderer Mann einen tödlichen Stromschlag, als er Verlängerungskabel im Regen anschließen wollte.

Cooper nannte „Florence“ eine „ungebetene Bestie“, die auf ihrem Weg durch seinen Staat ganze Gemeinden auslöschen könnte. „Fakt ist, dass dieser Sturm tödlich ist und wir wissen, dass wir noch Tage von einem Ende entfernt sind“ sagte er.

Fast 900.000 Haushalte ohne Strom

„Florence“ fällte Bäume und verwüstete Straßen. Mehr als 870 000 Häuser und Betriebe hatten keinen Strom mehr.

Als er am stärksten war, war der Tropensturm ein Hurrikan der Kategorie vier, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde hatte. Am Freitag traf er als Hurrikan der Kategorie eins auf Land. Am Samstagnachmittag betrug die Windgeschwindigkeit noch 75 Kilometer pro Stunde und der Tropensturm bewegte sich mit Schrittgeschwindigkeit westwärts.

Da „Florence“ noch zur Hälfte über dem Atlantik hing, saugte der Sturm weiter warmes Ozeanwasser an und schüttete es über Land aus. Weil der Tropensturm sehr breit war, wurde sehr viel Feuchtigkeit aus dem Ozean aufgenommen.

Die Behörden warnten auch vor Erdrutschen und Umweltkatastrophen für den Fall, dass Hochwasser industrielle Mülldeponien und Schweinefarmen erfasst. Das Hurrikanzentrum teilte mit, dass sich der Tropensturm letztendlich über dem Appalachengebirge auflösen werde und Regenwetter-Überreste in Richtung Nordosten abdrehen würden.

Von RND/AP