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Betrüger nutzen Telefonnummern von Polizei und Gericht

Kriminalität Betrüger nutzen Telefonnummern von Polizei und Gericht

Im Telefondisplay erscheint die Nummer von Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft. Doch in manchen Fällen ist die Nummer nur vorgetäuscht: Statt eines seriösen Gesprächspartners sind Gauner in der Leitung.

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Call ID Spoofing nennt sich die Masche.

Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv

Hannover. Das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) warnt vor einer Betrugsmasche mit vorgetäuschten Telefonnummern. Dabei gaukeln Unbekannte ihren Opfern mit technischer Hilfe vor, sie seien Polizisten, Staatsanwälte oder Mitarbeiter von Gerichten oder seriösen Firmen.

Ziel der Betrüger sei es, die Opfer unter den unterschiedlichsten Vorwänden zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe von Kontodaten zu bewegen, sagt LKA-Sprecher Armin Zieseniß.

Das Besondere der Masche: Um glaubwürdig zu wirken, sorgen die Täter mit Hilfe von Computerprogrammen dafür, dass auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Nummern der entsprechenden Ämter, Behörden oder Firmen angezeigt werden. Zuletzt haben Unbekannte mit der Call ID Spoofing genannten Betrugsmasche einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Schaumburg ausgenommen. Der Mann glaubte, er telefoniere mit einem Gericht in Berlin. Am Ende büßte er fast 30 000 Euro ein.

Der 85-Jährige sei von dem vermeintlichen Mitarbeiter des Gerichts unter Vorwänden wiederholt angerufen worden, sagt Axel Bergmann von der Polizei Stadthagen. Im Display sei stets die Telefonnummer des Gerichts aufgetaucht, weshalb der Rentner nicht misstrauisch geworden sei. Der Mann habe sich schließlich dazu bewegen lassen, insgesamt knapp 30 000 Euro in die Türkei zu transferieren. Das Geld sei weg.

In anderen Fällen in Niedersachsen gaben sich Betrüger mit manipulierter Anrufer-Nummer als Mitarbeiter örtlicher Polizeidienststellen oder von Rechtsanwaltskanzleien, als Staatsanwälte oder Richter aus. Im Telefondisplay der Angerufenen erschien stets die entsprechende Nummer der Dienststelle.

Die Betrüger fragten nach Bargeld oder Schmuck, erbaten Kontodaten oder Gebühren, um vermeintliche Gewinne auszahlen zu können. Oder sie verlangten Geld, damit angebliche Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden könnten. Wie oft die Gauner mit ihrer Masche erfolgreich waren, ist der Polizei nicht bekannt - auch weil es vermutlich eine hohe Dunkelziffer gibt.

dpa

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