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Panorama Bombe entschärft – Augsburg ist erleichtert
Nachrichten Panorama Bombe entschärft – Augsburg ist erleichtert
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19:40 25.12.2016
In Augsburg sperrt die Polizei Straßen, damit die Flugzeugbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sicher entschärft werden kann. 54.000 Personen müssen dafür ihre Wohnung verlassen. Quelle: dpa
Augsburg

Fast dreieinhalb Stunden dauerte es, bis zwei Spezialisten eines Kampfmittelräumdienstes die Zünder einer riesigen Fliegerbombe in Augsburg entschärft hatten.

Der Tweet der Polizei, der eine ganze Stadt aufatmen ließ. Quelle: Polizei SchwabenNord

Bei der größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs mussten am Ersten Weihnachtsfeiertag rund 54.000 Augsburger ihre Wohnungen verlassen. Die Stadt hatte in der Innenstadt ein Sperrgebiet von eineinhalb Kilometern um den Fundort festgelegt, weil die Bombe wesentlich größer ist als übliche Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

Und die zweite Botschaft mit den Helden des Tages ... Quelle: Polizei SchwabenNord

Auf dem Messegelände sowie in Turnhallen und Schulen wurden Notunterkünfte eingerichtet.

Die Bombe war am 20. Dezember bei Bauarbeiten entdeckt worden. Mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen handelt es sich nach Angaben der Stadt um die größte Fliegerbombe, die in der Nachkriegszeit in Augsburg gefunden wurde. Die Polizei war am Sonntag mit 900 Einsatzkräften vor Ort, um die Schutzzone abzusichern. 

Zahlen und Details zu dem Einsatz

In dem von der Stadt festgelegten Sperrgebiet gibt es 32 000 Haushalte, in denen rund 54 000 Menschen leben. Damit musste fast jeder fünfte Bewohner der drittgrößten Stadt Bayerns sein Heim verlassen.

Im Umkreis von 1,5 Kilometern um die 1,8-Tonnen-Bombe durfte sich niemand mehr aufhalten. Große Teile des historischen Zentrums Augsburgs, beispielsweise das Renaissance-Rathaus, die Fuggerei, also die älteste Sozialsiedlung der Welt, sowie der Dom liegen in dem Sperrgebiet.

Die Einsatzleitung hat rund 4000 Helfer aus ganz Bayern angefordert. Neben Feuerwehrleuten und Rettungsdienst-Mitarbeitern, die bettlägerige Patienten aus dem Gebiet brachten, waren auch 900 Polizisten vor Ort.

Ein Krankenhaus und mehr als ein Dutzend Seniorenheime mussten geräumt werden. Dafür waren mehr als 200 Krankentransporter und Rettungswagen im Einsatz.

- Die Stadt richtete sechs Notunterkünfte ein. Diese wurden allerdings nur für 3100 Menschen ausgelegt. Die Verantwortlichen gingen davon aus, dass die meisten Betroffenen lieber zu Freunden oder der Familie fahren. Zudem hatten viele Menschen aus dem Raum Augsburg über die dafür eingerichtete Facebook-Seite #WillkommenimWarmen ihre Wohnungen für Bewohner der Sperrzone angeboten.

Für Haustiere vom Meerschweinchen bis zur Dogge hatte das Augsburger Tierheim Notplätze angeboten. Die Bürger sollten ihre Tiere nicht in den leeren Wohnungen zurückzulassen.

Von RND/fw/dpa

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