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Panorama Britisches Paar durch Nervengift Nowitschok vergiftet
Nachrichten Panorama Britisches Paar durch Nervengift Nowitschok vergiftet
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06:28 05.07.2018
Nach einem Kontakt mit dem Nervengift Nowitschok im englischen Salisbury befinden sich ein Mann und eine Frau in „kritischem Zustand“ in einem Krankenhaus. Quelle: dpa
London

Die lebensbedrohliche Vergiftung eines Paares in Südengland vier Monate nach dem Giftanschlag auf die Skripals geht einem Bericht zufolge womöglich auf denselben kontaminierten Gegenstand zurück. Das im Fall Skripal verwendete Behältnis für den Kampfstoff Nowitschok könnte ungewollt auch die nun erkrankten Briten in Lebensgefahr gebracht haben, berichtete die Nachrichtenagentur Press Association in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf eine ranghohe Regierungsquelle. Statt eines zweiten Anschlags prüfen die Ermittler demnach auch den Verdacht einer solchen Kreuzkontamination.

Wie erst am Mittwochabend bekannt wurde, waren zwei am Wochenende in Südengland kollabierte Briten ebenfalls durch Nowitschok vergiftet worden. Das in Lebensgefahr schwebende Paar liegt in derselben Klinik der Stadt Salisbury, in der schon der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) behandelt wurden.

Durch den selben Behälter dem Nervengift ausgesetzt?

Der vor dem Anschlag auf die Skripals verwendete Behälter zur Aufbewahrung des Nervengifts sei bis heute nicht gefunden worden, berichtete PA unter Verweis auf die Regierungsquelle. Denkbar sei deshalb, dass das Paar mit demselben Gegenstand in Berührung kam - ohne bis dahin selbst etwas mit dem Kriminalfall Skripal zu tun gehabt zu haben.

Bei den Opfern handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 45-Jährigen und eine 44-Jährige aus der Region. Zunächst sei die Frau am Samstag kollabiert, später mussten die Notärzte auch den Mann ins Krankenhaus bringen.

Im vergangenen März waren Teile der Innenstadt von Salisbury abgeriegelt worden, nachdem die Skripals mit dem Kampfstoff vergiftet worden waren. Sie saßen bewusstlos auf einer Parkbank. London bezichtigte Moskau als Drahtzieher der Tat.

Bereiche vorsichtshalber abgesperrt

Nowitschok war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden. Das Attentat löste eine schwere internationale Krise aus. Zahlreiche westliche Staaten, auch Deutschland, wiesen Dutzende russische Diplomaten aus. Moskau reagierte mit ähnlichen Maßnahmen. Die Skripals leben inzwischen an einem unbekannten Ort.

Nach dem jüngsten Vorfall wurden einige Bereiche in Salisbury und in dem Wohnort des Paares, Amesbury rund 13 Kilometer weiter nördlich, vorsichtshalber abgesperrt. Die Gesundheitsbehörde ging zunächst nicht von einer „bedeutenden Gesundheitsgefährdung“ für die Öffentlichkeit aus. Das Paar soll unter anderem eine Veranstaltung in einer Kirche besucht haben, bevor es am Samstag erkrankte.

Die Beamten waren zunächst davon ausgegangen, dass die beiden möglicherweise verunreinigtes Heroin oder Crack-Kokain eingenommen haben könnten und sich daher im kritischen Zustand befinden.

Das Forschungslabor für Chemiewaffen im nahe gelegenen Porton Down war mit in die Untersuchungen einbezogen worden. Dort war auch das Nervengift Nowitschok im Fall Skripal identifiziert worden. Unabhängige Untersuchungen der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) bestätigten damals das Ergebnis.

Amesbury liegt ganz in der Nähe des Unesco-Weltkulturerbes Stonehenge. Bewohner des Ortes waren verunsichert und forderten mehr Informationen von den Behörden. „Uns hat die Polizei nichts erzählt“, zitierte die Nachrichtenagentur PA Justin Doughty.

Von RND/dpa/tap

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