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Panorama Bundespolizei sucht Kinder nach ICE-Unfall
Nachrichten Panorama Bundespolizei sucht Kinder nach ICE-Unfall
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13:59 02.02.2018
Über 500 Reisende mussten den ICE in Neustadt verlassen, nachdem der über Steine auf den Gleisen gefahren war. Quelle: dpa
Neustadt

Rund 560 Bahnreisende mussten am Donnerstagabend den ICE von Hamburg in Richtung Berlin im brandenburgischen Neustadt verlassen. Nach Polizeiangaben war der Zug um 18.25 Uhr im Bahnhofsbereich mit Tempo 200 über ein Hindernis gefahren. „Der Lokführer hat sofort reagiert und eine Bremsung eingeleitet“, erklärt Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Etwa 800 Meter brauchte der ICE, um zum Stehen zu kommen. Verletzt wurde niemand.

„Ein Notfallmanager der Bahn hat Steinmehlspuren auf den ersten beiden Achsen des Zuges festgestellt“, berichtet der Pressesprecher der Polizeidirektion Nord Toralf Reinhardt in Neuruppin. Der Experte habe daraufhin aus Sicherheitsgründen die Weiterfahrt untersagt. Der ICE musste bis Neustadt zurücksetzen, damit die Reisenden aus- und in andere Züge umsteigen konnten. So kamen sie zumindest weiter bis nach Berlin.

Der Zug sollte bis München fahren

Die Evakuierung begann gegen 19.15 Uhr. „Das hat für die Reisenden zum Teil massive Verspätungen bedeutet“, sagt Burkhard Ahlert. „Aber da geht die Sicherheit natürlich vor.“ Ursprünglich sollte der Zug bis München weiterfahren.

Der Bahnverkehr auf der Strecke normalisierte sich bald wieder. Zwischenzeitlich mussten einige Züge im Bahnhofsbereich auf das zweite Gleis ausweichen. „Der ICE ist noch am Donnerstagabend ins ICE-Werk in Berlin-Rummelsburg gebracht worden“, sagt der Bahnsprecher. „Natürlich muss der Vorfall untersucht werden. Das ist der normale Ablauf.“

Die Polizei war schnell vor Ort

Auch die Polizei stellt Ermittlungen an. „Unsere Kollegen waren recht schnell vor Ort“, berichtet Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Zudem rückten Beamte der Bundespolizei an, in deren Zuständigkeit Vorfälle im Eisenbahnverkehr grundsätzlich fallen.

„Es wurden Zeugen gefunden“, so Reinhard weiter, „die zwei Jungen im Alter von neun bis elf Jahren gesehen haben, wie sie Steine auf die Gleise warfen.“ Mit dem Eintreffen der Polizei sollen die Kinder geflüchtet sein. Die sofort eingeleitete Fahndung, bei der sogar ein Hubschrauber über Neustadt zum Einsatz kam, blieb allerdings vorerst erfolglos. Allerdings fand man im Bereich der Gleise offenbar Steine, die dort nicht hingehörten.

Der Berufsverkehr am Freitag wurde nicht mehr beeinflusst

„Jetzt wird weiter gegen Unbekannt ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr“, kündigt der Polizeisprecher an. Die Federführung dabei habe aber inzwischen die Bundespolizei übernommen. „Natürlich suchen wir auch weitere Zeugen.“ Wer zur Aufklärung des Vorfalls beitragen könne, möge sich bitte melden.“ Eine Anlaufstelle dafür sei beispielsweise die Polizeidirektion in Neuruppin.

Der Berufsverkehr am Freitagmorgen wurde durch den Vorfall mit dem ICE nicht mehr beeinflusst. Alle Züge verkehrten nach Angaben der Bahn normal im Rahmen des Fahrplans.

Von RND/Alexander Beckmann/MAZ-online

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