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Panorama Care: Hilferuf aus Haiti
Nachrichten Panorama Care: Hilferuf aus Haiti
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18:03 07.10.2016
Völlig zerstört: Hurrikan „Matthew“ hat den Karibikstaat Haiti verwüstet. Quelle: afp
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Port-au-Prince

Wieder trifft es den Karibikstaat Haiti – eine der ärmsten Regionen dieser Welt. Die Wucht, mit der „Matthew“ über die Insel hinweg fegte, war enorm.

Bittet um Unterstützung für Haiti: Sabine Wilke von der Hilfsorganisation Care. Quelle: Care

Care Deutschland ist mit 250 Mitarbeitern vor Ort, die dort auf verzweifelte Menschen treffen. Wieder einmal. Sabine Wilke, Sprecherin der Hilfsorganisation, bittet um Unterstützung.

Frau Wilke, die Nachrichten aus Haiti berichten von Hunderten Toten und erheblichen Verwüstungen. Wie geht es Ihren Helfern vor Ort?

Die gute Nachricht für uns: kein Kollege ist zu Schaden gekommen. Die Nachrichten, die aus den betroffenen Gebieten kommen, sind tatsächlich sehr beunruhigend. Im südwestlichen Teil sind bei fast allen Häusern die Dächer zerstört. Die wenigen Häuser aus Beton sind total überfüllt, weil die Menschen dort Schutz suchen. In einigen Regionen sind 80 Prozent der Gebäude stark beschädigt oder komplett zerstört.

Wie sieht die Lage in der betroffenen Region aus?

Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Todeszahlen nochmals erhöhen werden. In den Städten herrscht komplette Verzweiflung, die Menschen laufen über die Straßen, suchen ihre Verwandten. Die Telefonleitungen funktionieren nicht, das Mobilnetz ist zusammengebrochen. Die Nahrung geht aus, und auch die Banken haben geschlossen. Es trifft immer die Ärmsten der Armen.

Können dann alle Menschen erreicht werden?

In dieser Region sind die Zugänge extrem schwierig. Auch bei gutem Wetter benötigt man von der Hauptstadt zehn Stunden dorthin. Die einzige Brücke ist zerstört, einige Gebiete erreicht man nur mit dem Motorrad. Die meisten Bereiche sind komplett von Hilfe abgeschnitten. Zunehmend bricht Cholera aus. Dabei handelt es sich um eine höchstinfektiöse Krankheit. Die Betroffenen gilt es, möglichst schnell zu isolieren und zu versorgen. Es mangelt aber an sauberem Trinkwasser, weil die Leitungen zum Teil zerstört sind.

Was sind nun die drängendsten Aufgaben?

Wir müssen jetzt Trinkwasser und Nahrungsmittel in die Regionen bringen und dann die übrigen Hilfsgüter. Die Epidemie muss gestoppt werden. Es gilt für uns, nun 600.000 Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Wir sind mit 250 Mitarbeitern im Einsatz.

Von Carsten Bergmann

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