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Panorama Polizei fasst Marzipan-Erpresser
Nachrichten Panorama Polizei fasst Marzipan-Erpresser
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09:51 19.09.2016
Der Erpresser hatte von der Handelskette Coop einen Millionenbetrag gefordert und weiteren Schulen gedroht.   Quelle: Frank Behling/KN
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Kiel

 Der Coop-Erpresser, der seit Tagen in Kiel Angst und Schrecken verbreitet hat, ist offenbar gefasst. Am Montagmorgen um vier Uhr stürmte ein Sondereinsatzkommando der Polizei eine Erdgeschoss-Wohnung in der Innenstadt von Kiel und nahm einen Mann fest, wie LKA-Sprecherin Jana Maring vor Ort bestätigte. Der Mann wurde gegen 6.20 Uhr abgeführt und mit einen Streifenwagen zur Polizei gebracht.

„Wir können damit eine weitere Bedrohung in Kiel ausschließen“, sagte LKA-Sprecherin Jana Maring den Kieler Nachrichten. Der Unterricht an allen Kieler Schulen kann damit wie geplant stattfinden. Ob die zweite Person, die sich in der Wohnung aufhielt, ebenfalls unter Verdacht steht, an dem Erpressungsversuch beteiligt gewesen zu sein, wird noch geprüft.

Der Erpresser hatte am Wochenende erneut mit Gift-Anschlägen gedroht und von Coop drei Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin verlangt. Dabei habe der Täter jedoch einen Weg vorgeschlagen, der nach Angaben eines Coop-Vorstandsmitglieds rein technisch gar nicht möglich sei. Der Erpresser beharrte jedoch darauf, dass Coop – anders als behauptet – sehr wohl die geforderte Summe in Bitcoins zahlen könne. Polizeisprecher Torge Stelck betonte dagegen: Es sei nicht ohne weiteres möglich, eine größere Summe an Bitcoins zu beschaffen. „Hier ist eine vorherige Absprache mit privaten Tauschbörsen und Betreibern von Bitcoin-Börsen notwendig.“

Das verbirgt sich hinter Bitcoin

Bitcoin ist eine digitale Währung, die im Internet entstand. Sie ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins werden in komplizierten Rechen-Prozessen erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Wegen geringer Kontrolle und großer Schwankungen sind Bitcoins umstritten. Als Urheber des Bitcoin-Konzepts gilt eine Figur namens Satoshi Nakamoto. Wer sich dahinter verbirgt, ist ungeklärt.

Gleichzeitig stellte der Marzipan-Erpresser am Wochenende erstmals einen Zusammenhang zu der geplanten Fusion zwischen Coop und dem Lebensmittelkonzern Rewe her.

Der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt hatte am Sonntagabend das Vorgehen des Täters als „besonders hinterhältig“ kritisiert. Details zu dem Einsatz will die Polizei im Laufe des Vormittags bekanntgeben.

Chronologie der Coop-Erpressung

Die Erpressung begann in der vergangenen Woche: In der Nacht zum Dienstag hatte die Reventlou-Schule in Kiel eine Mail mit dem Hinweis bekommen, dass auf dem Hof vergiftete Marzipan-Herzen ausgelegt worden seien. Sie waren mit einer Substanz versetzt, die gesundheitliche Beschwerden hätte auslösen können. Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus.

Am Freitag sprach der Erpresser weitere Drohungen aus: An drei Kieler Schulen sollen sich explosive Gegenstände befinden. Die Polizei hat daraufhin drei Schulen in Kiel räumen lassen und durchsucht. Spürhunde und Sprengstoffexperten waren an der Muhliusschule, der Käthe-Kollwitz-Schule und die Hebbelschule im Einsatz. Am Nachmittag gab die Polizei Entwarnung für die drei überprüften Schulen.

Immer wieder werden Konzerne erpresst

Die Handelskette Coop ist nicht das erste Unternehmen, das Opfer von Erpressern wurde. Mit Bomben und vergifteten Produkten setzten Erpresser in den vergangenen Jahren Unternehmen unter Druck und forderten oft Millionenbeträge.

Von RND/Kristian Blasel

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