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Panorama Das Jahr der Wetterkatastrophen
Nachrichten Panorama Das Jahr der Wetterkatastrophen
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17:30 29.12.2017
Naturgewalt: 2017 wüteten zahlreiche Stürme vor allem in Mittelamerika. Im September etwa traf „Irma“ auf die Antilleninsel St. Maarten. Quelle: dpa
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Berlin

Erdrutsche in Südamerika, Monsterstürme in der Karibik, wahre Sintfluten auch in Deutschland. Nicht immer liegt es am Klimawandel, wenn das Wetter verrückt spielt. Doch führende Forscher sind sich einig: Die Wetterextreme nehmen zu – mit schlimmen Folgen gerade für die ärmeren Länder.

USA

Ende August verwandelt Hurrikan „Harvey“ die texanische Millionenmetropole Houston, viertgrößte Stadt der USA, in eine Seenlandschaft. Wo sich in der Rushhour sonst Auto an Auto reiht, pflügen kleine Boote durch die Häuserschluchten. Menschen waten durch brusthohes Wasser, manche mit Hunden oder Katzen auf den Schultern. Nie zuvor hat der zweitgrößte US-Bundesstaat eine solche Sintflut erlebt, Gouverneur Greg Abbott nennt sie „historisch“. Was bleibt? Dutzende Todesopfer, Tausende zerstörte Häuser, Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe – und die Angst vor Seuchen.

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Verheerende Regenmassen und Überschwemmungen, Tod und Zerstörung: Der Wirbelsturm „Harvey“ hat in Südtexas dramatische Verwüstungen angerichtet.

Im September dann hinterlässt Sturm „Irma“ im US-Bundesstaat Florida eine Spur der Verwüstung. Er ist der schwerste Hurrikan seit der Wetteraufzeichnung. Jacksonville, größte Stadt Floridas, steht unter Wasser, Millionen Haushalte im ganzen Land sind ohne Strom, die Inseln vor der Küste Floridas von der Außenwelt abgeschnitten.

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Mit gewaltiger Zerstörungskraft ist „Irma“ auf Florida getroffen. Der Hurrikan zog am Sonntagmorgen (Ortszeit) zunächst mit extrem starken Böen und schweren Regenfällen über die vorgelagerte Inselgruppe Florida Keys hinweg und traf dann etwas weiter nördlich an der Westküste des US-Bundesstaates erneut auf Land, wie der US-Wetterdienst mitteilte.

Karibik

Noch bevor „Irma“ die USA mit voller Wucht trifft, braute sich über dem Atlantik die Katastrophe zusammen: Der Hurrikan zieht seine zerstörerische Bahn zunächst durch die Karibik. Barbuda, Anguilla, St. Martin und Kuba trifft es besonders hart. Es gibt Dutzende Tote.

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Auf Saint Martin starben am Mittwoch acht Menschen.

Puerto Rico

Der nächste Monster-Sturm mit dem harmlosen Namen „Maria“ sucht im September Guadeloupe und Dominica, vor allem aber Puerto Rico heim – größtes Außengebiet der USA und schon vor dem Hurrikan von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelt. Straßen werden zu Flüssen, Autos wie Spielzeug durch die Luft geschleudert. Es fehlt an Treibstoff und Lebensmitteln, Strom und sauberem Wasser. Der Gouverneur spricht von einer „humanitären Katastrophe“.

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Über Stunden hinweg hat Hurrikan „Maria“ die Bewohner Puerto Ricos in Atem gehalten.

Peru

Seit mindestens 18 Jahren hat es im drittgrößten Land Südamerikas nicht mehr so gegossen wie im März 2017. Erdrutsche und Überschwemmungen, zigtausende unbewohnbare Häuser, Dutzende Tote. Ungewöhnlich auch: Wegen riesiger Wellen müssen mehr als 20 Häfen vorübergehend dichtmachen. Grund für das Klima-Chaos ist wohl das viel zu warme Wasser im Pazifik. Die stärkere Verdunstung bildet besonders regenreiche Wolken.

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Nach den stärksten Regenfällen seit Jahren seht das Land in weiten Teilen unter Wasser.

Kolumbien

Noch schlimmer trifft es Perus nördlichen Nachbarn Anfang April. Ein Unwetter sucht die 40.000-Einwohner-Stadt Mocoa im Süden Kolumbiens heim, drei kleine Flüsse werden zu reißenden Strömen. Die Wassermassen reißen Brücken ein und Hunderte Menschen in den Tod, ganze Wohnviertel ersticken im Schlamm.

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Bei dramatischen Überschwemmungen und Erdrutschen sind in der südkolumbianischen Stadt Mocoa mindestens 102 Menschen ums Leben gekommen. 185 Einwohner wurden verletzt und weitere 200 wurden vermisst, wie die Feuerwehr mitteilte. Ganze Wohnviertel wurden unter Schlammmassen begraben.

Mittelmeer

Ganz anders in Südeuropa. Ein Frühjahr mit extremer Trockenheit, ein Sommer mit Rekordhitze und ein regenarmer Herbst. 2017 müssen die Spanier eine schwere Dürreperiode überstehen. In Portugal toben den Sommer über von Hitze und Trockenheit angefachte Waldbrände. Auch viele Italiener leiden unter Temperaturen von über 40 Grad, die Hoch „Luzifer“ aus Afrika mitbringt. In Rom überlegt man gar, das Wasser zu rationieren. Am Horn von Afrika wird die Dürre einmal mehr zur Hungerkatastrophe.

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Die Aufnahme aus einem Flugzeug der Brandbekämpfer zeigt das Ausmaß der Feuer.

Sierra Leone

Nach heftigen Regenfällen brechen nahe der Hauptstadt Freetown in Sierra Leone Mitte August Teile eines aufgeweichten Hügels ab. Hunderte Tote, Tausende Obdachlose, heißt es in ersten Schätzungen. Aus Sicht von Umweltschützern ist die Abholzung der Wälder in und um Freetown für die Katastrophe mitverantwortlich.

Südasien

Die südasiatische Monsunzeit dauert in der Regel von Juni bis September, jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen. In diesem Sommer erleben Indien, Nepal, Bangladesch und Pakistan den verheerendsten Monsun seit vielen Jahren. Mehr als 2100 Menschen sind 2017 durch die Folgen ums Leben gekommen. Hunderttausende Überlebende haben ihr Zuhause oder ihre Ernte verloren. Das Rote Kreuz mahnt nun, dass diese Menschen ums Überleben kämpften.

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Ein Straßenverkäufer in Dhaka (Bangladesch) versucht, sich mit Folie vor den Regenfällen zu schützen.

Deutschland

Stillstand bei Zügen, Bussen und Bahnen, Chaos an den Flughäfen, mindestens sieben Tote. Im Oktober versetzt Sturm „Xavier“ Deutschland in den Ausnahmezustand. Laut Meteorologen einer der heftigsten seit Jahrzehnten. Er zieht vor allem über den Norden und Osten hinweg und legt den Verkehr weitgehend lahm. Tausende Bahnreisende müssen in Hotelzügen übernachten, Pendler haben Mühe, von der Arbeit nach Hause zu kommen. Ungewöhnlich sei aber allein „Xaviers“ Tempo gewesen, analysieren die Meteorologen später. Denn heftige Stürme im Herbst seien auch bei uns nicht selten.

Von RND/dpa/iro

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