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Panorama Die Anti-Trump-Kampagne von Jan Böhmermann
Nachrichten Panorama Die Anti-Trump-Kampagne von Jan Böhmermann
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18:23 03.02.2017
Satiriker Jan Böhmermann  Quelle: dpa
Köln

 „America first“ – Amerika zuerst, auf die Worte reduziert US-Präsident Donald Trump seine Politik. Wo es eine Nummer Eins gibt, da muss es auch eine Nummer Zwei geben, dachte sich ein holländisches Fernsehteam und drehte die wohl lustigste Bewerbung des Jahres. Das Video „The Netherlands welcomes Trump in his own words“ nimmt Donald Trumps einfache Sprache auf die Schippe und orientiert sich an dessen Wahlkampfthemen. Etwa dem Mauerbau zwischen den USA und Mexiko. Die Holländer tönen im Video, dass sie nicht nur eine Mauer, sondern gleich einen ganzen Ozean, zwischen sich und Mexiko gebaut hätten. Aus diesem und vielen anderen Gründen müssten die Niederlande nun mal zweiter hinter Amerika sein. Bis zum 3. Februar ist dieses Video nahezu 9 Millionen auf Youtube angeklickt worden.

Klar, dass auch Satiriker Jan Böhmermann nach seiner Winterpause in seiner Show „Neo Magazin Royale“ nicht an diesem Thema vorbei kam. Er sei wütend geworden, dass ein holländisches Fernsehteam das Video gemacht habe. Schließlich steht Deutschland und nicht Holland der zweite Platz hinter den USA zu. Zunächst sah es danach aus, dass er einen lauen Aufguss, eine deutsche Kopie, des holländischen Videos zeigt. Einer der Gründe, warum Trump Deutschland bevorzugen sollte: Deutschland hat FKK, „Pussy everywhere, so great.“ Und im typischen Böhmermann-Duktus: „Wir sind stark, wir sind groß und wer, wenn nicht wir, hätte eine dritte Chance verdient“.

Doch nach dem Video lässt Böhmermann die Bombe platzen. Er hat die Winterpause dazu genutzt, eine Allianz mit Satirikern aus ganz Europa zu schließen. Auf der Internetseite www.everysecondcounts.eu werden in den kommenden Tagen Videos von anderen Late-Night-Shows im ähnlichen Stil veröffentlicht. Sie alle kämpfen um den Platz an der Sonne hinter den USA. Neben den Niederlanden und Deutschland haben bereits die Schweiz, Österreich und Belgien nachgezogen. Das Interesse daran scheint groß zu sein. Denn am Freitagmorgen war die Internetseite nicht zu erreichen. Auf Twitter mauserte sich der #everysecondcounts schnell zum Topthema. Die Satiriker haben unter @itsgreateu einen Twitteraccount ins Leben gerufen.

Warum macht Böhmermann das überhaupt? Mit ernsthaften Antworten scheint er Trumps Politik nicht beikommen zu wollen. Er wählt deshalb einen anderen Weg. An den US-Präsidenten gerichtet sagte er: „Wenn die ganze Welt aufsteht, um sich über Sie lustig zu machen, dann haben Sie etwas wirklich großartiges erschaffen.“

Von Christian Meyer

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