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Panorama Die Heilkraft des Waldes
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20:03 13.04.2018
Verschnaufpause: In Südtirol führt Barbara Peintner vom “Hotel Gitschberg“ ihre Gäste morgens zum “Atemwandern“ in den Wald. Quelle: Hotel Gitschberg
Berlin

“Heute könnte ich Bäume ausreißen“, sagt jemand, der vor Kraft, Energie und Tatendrang nur so strotzt. Einem Menschen, der an Burn-out leidet, kommen diese Worte sicher nicht über die Lippen. Doch der Wald soll eine heilsame Wirkung auf die vom Erschöpfungssyndrom Geplagten haben.

Das sagt zum Beispiel Professor Iwao Uehara. Der Forstwissenschaftler der Universität Tokio schickt Patienten in den Wald. Dort sollen Menschen mit Burn-out zwar keine Bäume ausreißen, aber sie immerhin durch die Gegend schleppen und nur essen und trinken, was der Wald so hergibt.

Was in Japan seit den Achtzigerjahren eine anerkannte Heilmethode ist, wird mittlerweile in abgeschwächter Form auch in Europa praktiziert: Shinrin Yoku, zu Deutsch: baden in der Waldatmosphäre. Oder einfach Waldbaden. Hierzulande geht es dabei mehr um eine entschleunigende Freizeiterholung. Das Walderlebnis soll als Form des Wellness-Urlaubs die inneren Batterien der reizüberfluteten modernen Multitasker wieder aufladen.

“Es geht nicht darum, einen Baum zu umarmen“

Tatsächlich gibt es in vielen Regionen Deutschlands und im Alpenraum Waldbaden-Angebote und Wald-Wellness-Aktivitäten. Der Wald spielt etwa in der Niedersächsischen Landesgartenschau 2018 eine Rolle: Bad Iburg hat lokale Führer geschult, damit sie im Waldkurpark eine Sinnesreise moderieren. Im Westerwald und am Klimapfad in Oberstaufen kann man sich beim Waldbaden in eine Hängematte legen.

Thüringen besitzt ein “WaldResort“ am Nationalpark Hainich samt Expeditionen. In Südtirol verknüpft Barbara Peintner bodenständige Regionalität mit traditionellen Heilmitteln. Die Hotelchefin und Kräuterpädagogin des Hotels Gitschberg in Meransen schickt ihre Gäste morgens zum “Atemwandern“ in den angrenzenden Wald.

Waldbaden, ist das alles nur Esoterik? “Es geht nicht darum, einen Baum zu umarmen“, sagt Martin Kiem. Der Südtiroler Psychologe und sogenannte Wellbeing Coach geht mit Gästen im Meraner Land in den Bergwald. Langsam laufen, sitzen, an einen Baum lehnen, erinnern, träumen und die grüne Atmosphäre mit allen Sinnen aufnehmen – das bringe den Geist zur Ruhe.

Achtsamkeit statt Action

Um das Gesundheitspotenzial des Waldes für sich zu nutzen, brauche es kein organisiertes Waldbaden oder naturmystische Einstellungen, findet Kiem: “Tief atmen und bewusst da sein, das reicht schon.“ Die zahlreichen Waldbaden-Angebote gleichen eher Sinnesreisen, mit Achtsamkeit statt Action.

Es gibt in Deutschland aber auch medizinische Ansätze: Karin Kraft ist Stiftungsprofessorin für Naturheilkunde der Universitätsmedizin Rostock und begleitet den ersten europäischen Kur- und Heilwald in Heringsdorf auf Usedom wissenschaftlich. Dort turnen Asthma- und COPD-Patienten in der gesunden Küstenwaldluft an einfachen Geräten. Dass ihnen moderate Bewegung und tiefes Durchatmen im Heilwald guttun, davon ist Kraft überzeugt.

Waldluft ist staubarm, enthält kaum Reizgase und ist angereichert mit flüchtigen Verbindungen aus Bäumen, Moosen, Flechten und Pilzen, aber auch mit Mikroorganismen und Sporen. Diese Mischung gilt als gesundheitsfördernd. Besonders innovativ ist Shinrin Yoku also nicht: Dass Bewegung im Grünen dem Menschen guttut und ihn positiv stimmt, ist keine neue Erkenntnis.

Von Karin Willem und Sarah Franke

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