Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Diese Kröte bitte nicht schlucken!
Nachrichten Panorama Diese Kröte bitte nicht schlucken!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:59 15.11.2016
Ihr Gift kann töten: Die australische Aga-Kröte . Quelle: dpa
Anzeige
Sydney

November, Zeit der Schlachteplatten. Mitten in die Mett- und Knappwurstherrlichkeit platzt eine Nachricht aus Australien, die Liebhaber deftiger Kost erschauern lässt. Um einer bedrohlichen Krötenplage in Down Under Herr zu werden, sollen die unappetitlichen Viecher dort zu Wurst verarbeitet werden. Wer darob jetzt indigniert auf seine Frühstückssalami starrt, kann beruhigt weiteressen: Die Krötenwurst ist nicht für den menschlichen Verzehr gedacht, sondern eine Art Lebensrettungsaktion für einheimische australische Wildtiere.

Das Ökosystem schlägt zurück

Rund 200 Millionen der giftigen Aga-Kröte tummeln sich derzeit auf dem australischen Kontinent. Dabei gehören die bis zu 1500 Gramm schweren Tiere eigentlich gar nicht dorthin: Vor einem knappen Jahrhundert wurden die Urahnen der heutigen Population importiert, weil sie eine Käferplage auf den Zuckerrohrplantagen bekämpfen sollte. Aber das Ökosystem hat sich für diesen Eingriff bitter gerächt. Mangels natürlicher Feinde vermehrten sich die Kröten explosionsartig und drohen mit ihrem Gift jetzt all die Arten auszurotten, auf deren Speiseplan Amphibien stehen.

Um Krötenjägern wie etwa Schlangen und Vögeln die Sorte Aga gründlich zu verleiden, sollen die Einwohner Westaustraliens möglichst viele Exemplare des Schädlings sammeln und beim örtlichen Wildhüter abliefern. Dort wird alles Giftige entfernt und der Rest zu einer Masse verarbeitet, der ein übelkeiterregendes Salz beigemischt wird. Diese Happen mit Aga-Kröten-Duft werden dann zum Abgewöhnen all den Tieren angeboten, die normalerweise zuschnappen würden, wenn einer der Riesenlurche des Weges kommt.

Unappetitliche Brocken

Durch die Salzbeimischung wird ihnen nach Genuss der Krötenwurst derart elend, dass sie künftig einen Bogen um alles machen, was ähnlich riecht. Tests hätten gezeigt, dass das funktioniert, berichtet die Krötenbeauftrage der Naturschutzbehörde, Corrin Everitt.

Vielen Waranen, Beutelmardern und anderen australischen Ureinwohnern dürfte die Ekel-Wurst das Leben retten, denn in Revieren mit Aga-Kröten-Population sind diese Arten nach wenigen Monaten fast ausgestorben. Künftig können sie locker widerstehen, wenn einer der fetten Brocken vorbeihüpft.

Ach, wenn Verzicht doch immer so einfach wäre...

Von Stefanie Gollasch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Prozessauftakt in Frankfurt - Teufelsaustreibung endet tödlich

Die Exorzisten haben der Frau den Kopf festgehalten und ein Tuch in den Mund gepresst – der Tod der 41-jährigen Koreanerin während der Teufelsaustreibung habe die fünf Männer aber dennoch überrascht. Mit diesem skurrilen Geständnis hat der Prozess in Frankfurt begonnen.

15.11.2016

Mit Hochdruck sucht die Polizei nach dem Mörder und Vergewaltiger von Carolin G.. Das ganze Land ist in Aufruhr, zumal die Parallelen zu anderen Mordfällen unübersehbar sind. Handelt es sich um eine Mordserie? Noch haben die Ermittler keine heiße Spur.

15.11.2016

Auf dem Parkplatz ist 22 Monate altes Kleinkind in den USA gestorben. Sieben Stunden hatte der Vater den Jungen im aufgeheizten Auto im Sommer allein gelassen. Er habe den Jungen vergessen, erklärt der Mann – doch das glaubt ihm das Gericht nicht.

15.11.2016
Anzeige