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Drogenbeauftragte für Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen

Gesundheit Drogenbeauftragte für Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen

In vielen Restaurants, Bars und öffentlichen Gebäuden gibt es bereits Verbote, nun will die Bundesdrogenbeauftragte auch das Rauchen auch in Autos unter Strafe stellen - wenn Kinder mit an Bord sind. Ärzte und Krebsforscher bekräftigen ihre Forderung.

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Zigaretten sollen im Auto ausbleiben, wenn Kinder dabei sind.

Quelle: Daniel Karmann

Berlin. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) will Kinder vor schädlichem Zigarettenqualm in Autos schützen. In einem Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" hat Mortler ein Verbot innerhalb des Kinder- und Jugendschutzes vorgeschlagen.

Unterstützung erhält die Politikerin von Krebsspezialisten und Ärzten. Besonders im Auto seien Kinder den giftigen und krebserzeugenden Substanzen des Tabakrauchs schutzlos ausgeliefert, sagte der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Ulrich Fegeler.

"Die Belastung in einem Auto kann man gut vergleichen: Nur eine einzige Zigarette hat dieselbe Belastung, wie wenn man einen Tag lang auf der dicht befahrendsten Straße in Berlin stehen würde." Das Passivrauchen in einem derartig engen Raum könnte dem Wachstum von Kindern und Jugendlichen nachhaltig schaden. "Selbst wenn Fenster oder Schiebedach geöffnet werden, ist die Gefahr für Kinder und Jugendliche immens", sagte Fegeler. "Wir unterstützen die Forderung deshalb ausdrücklich".

Auch bei geöffnetem Fenster könnten im Auto ähnliche Werte wie in einer Raucherkneipe gemessen werden, resümierte die Krebsexpertin Martina Pötschke-Langer in einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Mörtler verwies bei ihrer Forderung auf eine entsprechende Regelung, die ab dem 1. Oktober in Großbritannien in Kraft tritt. Dort darf in einem Auto dann nicht mehr geraucht werden, wenn einer der Beifahrer unter 18 Jahre alt ist. Verstöße werden mit einem Bußgeld von umgerechnet 85 Euro bestraft. Ob bei geöffneten Fenstern oder offenem Schiebedach gequalmt wird, macht dabei keinen Unterschied.

"Oft wird ja argumentiert, man greife zu tief in die Freiheitsrechte der Eltern ein", sagte Mörtler der Zeitung. "Hier geht es aber darum, dass Kinder dauerhaft geschädigt werden, weil die Rauchkonzentration im Auto um ein Vielfaches höher ist als im Freien." Eine ihrer Vorgängerinnen, Sabine Bätzing, hatte vor Jahren scharfe Kritik auf sich gezogen, als sie ein Rauchverbot in Autos vorgeschlagen hatte.

Für den Deutschen Zigarettenverband ist jedoch gerade aus diesem Grund ein Verbot überflüssig: Es gebe kein Informationsdefizit, deshalb sei die Forderung zum Schutz von Minderjährigen haltlos. "Mündige Bürger können das selbst entscheiden, ohne dass es dafür eines staatlichen Verbotes bedürfte", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Raucherverband, Jan Mücke.

dpa

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