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Panorama Droht uns ein eiskalter Winter?
Nachrichten Panorama Droht uns ein eiskalter Winter?
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13:57 10.11.2016
Schneeschippen war in Baden-Württemberg angesagt: Auf dem Feldberg im Schwarzwald kamen 20 Zentimeter Neuschnee herunter. Quelle: dpa
Offenbach

Es ist nicht mal Mitte November – aber in einigen Teilen Deutschlands ist es in den vergangenen Tagen schon richtig winterlich gewesen. Etwa zwischen Niedersachsen und der Ostsee lag der Schnee bis zu 20 Zentimeter hoch, in der Nacht sanken die Temperaturen bis auf minus 16 Grad. Bleibt das Brrrrr-Gefühl?  Ein Überblick.

Wie ungewöhnlich ist Schnee im November?

Die ersten weißen Flocken können im November angesichts der sinkenden Temperaturen und des näherrückenden Winters eigentlich nicht überraschen – doch meist liegt zu dieser Zeit eher in den Alpen oder den Hochlagen der Mittelgebirge Schnee.

„Im Flachland kommt der Schnee meist eher Ende November“, sagt Andreas Friedrich, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. „Was wir in Niedersachsen erlebt haben, wo ja doch extrem viel Schnee gefallen ist, ist Anfang November außergewöhnlich und kommt höchstens alle zehn Jahre vor.“

Heißt dass, es wird in diesem Jahr einen kalten Winter geben?

Für die Meteorologen beginnt der Winter am 1. Dezember - bis dahin dauert es noch fast drei Wochen. Mit speziellen Rechenmodellen werden sogenannte Trendprognosen für Jahreszeiten erstellt, sagt Friedrich. „Da kann man dann sehen, ist es statistisch wahrscheinlich, dass die Jahreszeit im Vergleich zu den letzten 30 Jahren wärmer oder kälter wird?“

In diesem Jahr rechnen die Meteorologen aufgrund dieser Berechnungen mit einem etwas milderen Winter im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. „Aber das ist eine Aussage, die für die breite Öffentlichkeit nur einen geringen Mehrwert oder Nutzen hat“, schränkt Friedrich ein. „Man kann aus dieser Vorhersage nicht ableiten, wann es denn mal im Winter kalt wird.“

Sprich: Im Dezember kann der Winter mit aller Härte zuschlagen, gefolgt von einem milden Januar und durchschnittlichem Februar. Oder es bleibt gleichbleibend mild. „Man kann mit so einer Jahreszeiten-Trendprognose eigentlich nichts Genaues planen“, warnt der Meteorologe vor zu hohen Erwartungen.

Und was ist mit den Aussichten auf weiße Weihnacht? 

„Die Frage wird mir gefühlt jedes Jahr ab September gestellt!“, sagt Wetter-Experte Friedrich. Doch bei aller Neugier auf verschneite Weihnachten lassen sich tagesgenaue Wetterprognosen maximal zehn Tage im voraus machen. „Man kann frühestens ab Mitte Dezember sagen, wie die einzelnen Tage an Weihnachten ablaufen werden“, sagt Friedrich. Doch auch bei diesen Vorhersagen liege die Trefferquote der Experten nur bei 65 bis 70 Prozent. „Wenn die Wetterlage sehr schwierig ist, ist es oft erst ein, zwei, Tage vorher klar, ob es Neuschnee und weiße Weihnachten gibt.“

Gerade in Mitteleuropa mit seiner Westwindzone könne das Wetter sehr wechselhaft sein - da haben dann auch die Rechenmodelle der Meteorologen ihre Grenzen: „Im chaotischen Mitteleuropa lässt sich Petrus nicht in die Karten schauen.“

Also keinerlei Schneegarantien?

Doch, versichert Friedrich, es gebe hundertprozentige Trefferquoten für Weihnachten im Schnee. Das ist alles eine Frage des Ortes: „Auf der Zugspitze - seit Beginn der Wetterbeobachtung hat da in 3000 Meter Höhe immer Schnee gelegen. Wer unbedingt weiße Weihnachten erleben will, sollte sich zur Zugspitze oder Alpengipfeln oberhalb von 2000 Metern begeben.“

Von dpa/RND/zys

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