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Panorama Ein Dorf als Welthauptstadt der Metal Heads
Nachrichten Panorama Ein Dorf als Welthauptstadt der Metal Heads
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13:52 01.08.2017
Es ist wieder so weit: Zehntausende Metalfans feiern das Wacken Open Air. Quelle: dpa
Wacken

Es ist wieder diese Zeit im Jahr, in der sich das beschauliche Örtchen Wacken im Kreis Steinburg in die Welthauptstadt der Metal Heads verwandelt. Die Ortsschilder sind längst abgeschraubt. Aus Erfahrung ist man klug geworden – die Nachfrage nach illegalen Souvenirs ist groß. Stattdessen flattern schwarze Banner „Welcome Metalheads“ über den Zufahrtsstraßen, die von Verkaufsständen vor den Grundstücken und langen Reihen mobiler Toiletten gesäumt werden. Viele Anwohner haben ihr Haus stilecht mit knöchernen Kuhköpfen, schwarzen Wimpeln und Flaggen dekoriert. Nicht wenige haben Bierpilze im Vorgarten aufgestellt oder schrauben noch die Stangen für das Pagodenzelt zusammen – für den mobilen Bier- und Schnapsverkauf über den Gartenzaun. Andere bieten Frühstück, Kaffee und „hot showers“ sowie „Toiletten mit Spülung“ zur gebührenpflichtigen Nutzung an. Ein Dorf empfängt mit offenen Armen seine friedlichen Invasoren.

Dutzende Bands, zahlreiche Bühnen, 84.000 Besucher: Ein Dorf rüstet sich für das größte Metal-Festivals der Welt: Donnerstag startet die 28. Auflage des Wacken Open Air (W:O:A) offiziell. Von einer Ruhe vor dem Sturm kann kurz vor dem Start des riesigen Heavy-Metal-Happenings keine Rede sein. Und Programm gibt’s schon am Mittwoch.

Viele Fans sind längst da. Steffen Langer und Thomas Kassner sind zwei von ihnen. „Eigentlich dachten wir, wir könnten bereits ab Sonntag auf den Campingplatz und nicht erst Montagnachmittag“, berichten die Hamburger. Nun dürfen die beiden Studenten die Zeit bis zur Öffnung des Campingplatzes im Vorgarten einer Familie verbringen. „Das ist schon sehr cool – Wacken eben“, sagt Langer.

Campen im Nachbardorf

Andere verzichten auf das Campen auf den meist matschigen Wiesen. Zwar haben die Wacken-Macher um Thomas Jensen und Holger Hübner erneut viel Geld in die Infrastruktur des Geländes gesteckt – doch wenn’s auf Kuhweiden regnet, kommt nun mal der Dung hoch. Sarah, Philip, Sandra und Keven wohnen 57 Kilometer entfernt in Pinneberg. „Wir sind heute erst einmal gekommen, um uns das Wacken T-Shirt 2017 zu kaufen“, berichten sie. Meist seien die Festival-Trophäen rasend schnell vergriffen. Das stimmte bisher. Allerdings soll auch hier logistisch Abhilfe geschaffen worden sein. Ab diesem Jahr werden T-Shirt-Rohlinge geliefert, die Motive vor Ort bedruckt. So müssen die vier auch wirklich nicht anstehen, stattdessen kommen sie mit Torsten ins Gespräch, der trotz schwüler 25 Grad in eine Kuscheldecke gehüllt ist. Er und seine W:O:A-Freunde Fabian und Chantalle campen „bereits seit ein paar Tagen mit 40 Leuten im Nachbardorf und freuen uns einfach auf gute Musik und schlechtes Wetter“. Bis zum 5. August treten unter anderen Top-Acts wie Alice Cooper, Accept, Hämatom, Megadeth, Taina, Status Quo und Marilyn Manson auf.

Fabian und Chantalle sind nicht allein Am Montag trafen schon rund 15.000 Besucher in Wacken ein. Deren Anreise verlief aus Sicht der Polizei reibungslos – lediglich kleinere Staus waren auf den Einfallsstraßen zu verzeichnen. Die Autobahn 23 war durchgängig ohne Behinderungen befahrbar. Wie angekündigt führten Einsatzkräfte von Polizei und Zoll Anfahrtskontrollen durch. Sie checkten 102 Fahrzeuge und 161 Insassen, die der Maßnahme mit viel Verständnis begegneten. Nennenswerte Verstöße registrierten die Beamten bei ihren Überprüfungen nicht.: „Bei bestem Wetter war die Stimmung sehr entspannt“, sagte Polizeisprecherin Merle Neufeld. Und bestes Wetter, das hat in Wacken nicht unbedingt etwas mit Sonnenschein zu tun ...

Das Festival ist ausverkauft.

Wollen Sie mehr von Wacken wissen? Hier gibt’s ein paar skurrile Fakten rund um das „Full Metal Village“.

Von OH/dk/RND

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