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Panorama Junge in Museum von Mitarbeiter sexuell missbraucht
Nachrichten Panorama Junge in Museum von Mitarbeiter sexuell missbraucht
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10:17 12.09.2018
16.03.2018 Ein schrecklicher Fall hat sich in Niedersachsen ereignet. Quelle: Christina Hinzmann
Einbeck

Die Tat soll sich in den Osterferien 2017 ereignet haben. Der Junge hatte gemeinsam mit seiner Familie das Automobil- und Motorradmuseum besucht (PS-Speicher). Der Angeklagte Aufseher hatte an diesem Tag Dienst. Jährlich besuchen etwa 70.000 Menschen das Museum.

Die Straftat war ursprünglich im April in erster Instanz vor dem Amtsgericht Einbeck verhandelt worden. Das dortige Jugendschöffengericht verurteilte den deutschen kinderlosen Ehemann zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung. Der Angeklagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein, so dass nun das Landgericht Göttingen über den Fall befinden muss.

Von der Ausstellung begeistert

Der Zehnjährige hatte am Tattag vormittags zusammen mit seiner Mutter, seinem Bruder und seinem Großvater einen Rundgang durch die Erlebnisausstellung unternommen. Das sechsstöckige Museum, das 2014 von Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil eingeweiht wurde, befindet sich in einem ehemaligen Kornspeicher.

Der Junge war von der Ausstellung begeistert, aber gleichzeitig enttäuscht, weil er aufgrund seines Alters den Porsche-Rennsimulator auf dem Gelände nicht nutzen durfte. Die übrigen Familienmitglieder schlugen ihm deshalb vor, stattdessen im oberen Ausstellungsbereich einen anderen Simulator zu nutzen, für den es keine Altersbeschränkung gibt. Sie wollten so lange auf ihn warten.

Auf dem Weg zum Rennsimulator abgefangen

Der Junge machte sich daraufhin wieder auf den Weg nach oben. Am Eingang zur sechsten Etage traf er auf den uniformierten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Er erzählte ihm, wie begeistert er von dem Museum sei, dass er aber gerne auch mit dem Rennsimulator fahren würde. Der Angeklagte bot ihm daraufhin an, mit ihm dorthin zu gehen und ihm dieses Erlebnis zu ermöglichen.

Er ging mit dem Jungen zunächst eine Treppe hinab, die normalerweise nicht von den Besuchern benutzt und nicht von Kameras überwacht wird. Dann erklärte er ihm, dass sie einen anderen Weg nehmen müssten, fuhr mit ihm im Fahrstuhl bis in die sechste Etage, stieg eine weitere Treppe hinauf und öffnete mit einem Transponder die Tür zum öffentlich nicht zugänglichen Dachboden.

Junge in psychologischer Behandlung

Danach verschloss der 34-Jährige die Tür von innen und forderte den Jungen auf, sich auszuziehen und sich auf den Boden zu legen. Dabei wies er darauf hin, dass er auch ein Messer dabei habe. Nachdem er sich an dem Jungen vergangen hatte, band er diesem eine Krawatte um den Hals und schärfte ihm ein, dass er nicht „petzen“ dürfe. Später nahm er die Krawatte wieder ab, gab ihm fünf Euro und ließ ihn zur Tür hinaus.

Der Junge ging in den Eingangsbereich hinunter, wo seine Familie auf ihn wartete. Seine Mutter hatte sich bereits Sorgen gemacht und ihren Sohn ausrufen lassen. Der Junge erzählte zunächst nichts von dem Vorfall, wollte aber sofort das Museum verlassen und nach der Rückfahrt sofort duschen. Später hatte er sich dann offenbart. Er befindet sich aufgrund des traumatischen Erlebnisses in psychologischer Behandlung.

Täter räumt die Vergewaltigung ein

Der Aufseher hatte nach dem Missbrauch zunächst weiter seinen Dienst versehen. Er wurde noch am Tattag vorläufig festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt. Aufgrund des Vorfalls erhielt er die Kündigung. Zu Beginn des Prozesses räumte er die Gräueltat ein. Er habe inzwischen eine Therapie begonnen, erklärte er. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, welches Ziel er mit seiner Berufung verfolge, sagte er: „Dass ich nicht ins Gefängnis muss.“ Das Gericht will voraussichtlich am nächsten Verhandlungstag sein Urteil fällen.

Von RND/Heidi Niemann

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