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Panorama Elfjähriger muss Radfahrerin Schmerzensgeld zahlen
Nachrichten Panorama Elfjähriger muss Radfahrerin Schmerzensgeld zahlen
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21:48 30.01.2017
Fahrradfahrer (Symbolbild). Quelle: dpa
Hamm

Ein elfjähriger Radfahrer aus Nordrhein-Westfalen muss alleine für die Folgen eines Zusammenstoßes mit einer anderen Radlerin haften. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden. Der Junge sei für sein Fehlverhalten verantwortlich, ein Mangel an der erforderlichen Einsicht habe nicht vorgelegen, erklärten die Richter. Die 57-jährige Radlerin habe keine Mitschuld am Unfall. Der Junge habe deshalb für den Unfall „allein einzustehen“, schrieben die Richter.

Richter: Fahrweise des Jungen war „hochgefährlich“

Das Gericht bestätigte damit die Entscheidung des Landgerichts Dortmund, wonach der Frau ein Schmerzensgeld sowie Schadenersatz und eine Rente zustehen. Die einzelnen Beträge summieren sich auf einige zehntausend Euro: Die Klägerin bekommt 25.000 Euro Schmerzensgeld. Ihr wird der Verdienstausfall von fast 2.000 Euro erstattet. Sie erhält darüber hinaus 25.000 Euro dafür, dass sie ihren Haushalt nicht mehr alleine führen konnte. Für diesen sogenannten Haushaltsführungsschaden wurde der Klägerin außerdem eine vierteljährlich zu zahlende Rente von 820 Euro zuerkannt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Unfall hatte sich bereits 2009 in Werne ereignet. Nach Angaben des Gerichts hatte der Junge mit seinem Fahrrad den Gehweg entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung benutzt, als er mit der Radfahrerin zusammenstieß. Die Frau verletzte sich dabei erheblich an Knie und Sprunggelenk, musste mehrfach operiert werden und leidet noch heute unter den Folgen.

Vorfahrt missachtet

Das Gericht erklärte, der damals elfjährige Junge sei aufgrund seines Alters nicht mehr berechtigt gewesen, auf dem Bürgersteig zu fahren. Er habe keine Vorfahrt gegenüber Frau gehabt und hätte beim Queren der anderen Straße auch auf den fließenden Verkehr von links achten müssen – von dort kam die Frau. Die Fahrweise des Jungen sei „hochgefährlich“ gewesen, schrieben die Richter.

Aktenzeichen: 9 U 238/15

Von epd/RND

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