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Panorama Ermittlungen wegen Elefantenquälerei eingestellt
Nachrichten Panorama Ermittlungen wegen Elefantenquälerei eingestellt
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16:36 22.08.2017
Die Elefanten im Zoo Hannover.  Quelle: dpa
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Hannover

 Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das Ermittlungsverfahren gegen den Zoo wegen der mutmaßlichen Misshandlung von Elefanten eingestellt. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte den Zoo im April angezeigt und den Einsatz sogenannter Elefantenhaken gegen die Tiere kritisiert. Nun teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass nach „umfangreichen Ermittlungen“ keinen hinreichenden Tatverdacht für strafbare Handlungen oder Ordnungswidrigkeiten gebe.

Peta hatte zunächst in einem TV-Beitrag schwere Vorwürfe gegen den Zoo wegen angeblicher Misshandlung der Elefanten erhoben. Später reichten die Tierschützer ein Video nach, dass die Misshandlungen beweisen sollte.

„Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Tiere durch den Einsatz von Elefantenhaken Verletzungen erlitten haben könnten, ließen sich auf den Aufnahmen nach eingehender Prüfung allerdings nicht erkennen“, schreibt dagegen nun die Staatsanwaltschaft. Da die Aufnahmen schon länger zurückliegen, hätten auch keine eventuellen Verletzungen bei den Tieren mehr festgestellt werden können.

Die von der Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen konnten weder auf dem Peta-Video noch bei unangemeldeten Besuchen im Zoo etwas an der Haltung der Elefanten und am Umgang der Pfleger mit den Tieren aussetzen.

Zoo verstößt nicht gegen Verbote

Die Staatsanwalt kam zu dem Schluss, dass die Haltung der Elefanten, die bedingt durch die Bauart des Elefantengeheges in direktem Kontakt (“hands-on“) von Pflegern und Tieren erfolgt, „nicht gegen behördliche Verbote verstößt und der Einsatz eines Elefantenhakens bei dieser Form der Haltung grundsätzlich nicht verboten ist“. Der umstrittene Elefantenhaken diene „sowohl dem Schutz des Pflegepersonals als auch den Tieren selbst“, die regelmäßig untersucht und dafür dressiert werden müssten.

Leiden oder Schmerzen nicht nachweisbar

Es ließe sich „nicht mit hinreichender Sicherheit feststellen“, dass die Tiere wegen des Einsatzes von Elefantenhaken „erhebliche Leiden oder länger anhaltende bzw. sich wiederholende erhebliche Schmerzen im Sinne der Straf- und Bußgeldvorschriften des Tierschutzgesetzes“ zugefügt worden wären.

Auch die Veterinärbehörde habe bei ihren Besuchen keine Anzeichen für Verhaltensstörungen, Fluchtverhalten oder Scheu vor Menschen erkannt. Im Gegenteil: Die Tiere hätten immer wieder aktiv den Kontakt zu ihnen gesucht.

Von RND/HAZ/sbü

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