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Facebook-Hetzer muss 4800 Euro Strafe zahlen

Hass-Postings gegen Roth Facebook-Hetzer muss 4800 Euro Strafe zahlen

Ein Facebook-Nutzer zeigt einen anderen an – es geht um zwei Hass-Postings gegen die Grünen-Politikerin Claudia Roth. Im Prozess gegen den Urheber verhängt das Gericht nun eine deutliche Strafe: 4800 Euro muss der Hetzer zahlen.

Facebook-Startseite (Symbolbild)
 

Quelle: epd

Berlin.  Ein Facebook-Nutzer ist wegen Hetze gegen die Grünen-Politikerin Claudia Roth zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 57-Jährigen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Beleidigung schuldig. Hintergrund waren zwei Einträge auf der Facebook-Seite des Mannes. Er habe die Bundestagsabgeordnete verunglimpft und dazu aufgefordert, Roth „aufzuhängen“, begründete das Gericht am Dienstag.

Der 57-Jährige, der im Prozess Angaben zur beruflichen Tätigkeit und zu seinem Einkommen verweigerte, hatte die angeklagten Hass-Postings im September und Oktober 2015 im Internet veröffentlicht. Er habe „das mit dem Aufhängen“ nicht ernst gemeint, erklärte der Angeklagte: „Die Beleidigung schon.“

„Es gibt Grenzen“

Das Verfahren war durch die Anzeige eines weiteren Facebook-Nutzers ins Rollen gekommen. Der Mitarbeiter einer Digitaldruckerei sagte, der Angeklagte sei Kunde gewesen. „Er kam mir wie ein merkwürdiger Wutbürger vor.“ Im Internet sei er dann auf „menschenverachtende und gruselige“ Kommentare des Angeklagten gestoßen. Auch Roth hatte kurz darauf Strafanzeige erstattet. Im Prozess war sie nicht als Zeugin geladen worden.

Der Angeklagte habe seine Urheberschaft zugegeben, hieß es im Urteil. Die beiden Einträge seien keine berechtigte Meinungsäußerung  – „es gibt Grenzen“. Er habe beleidigt und zu Straftaten aufgefordert. Es habe eine abstrakte Gefährdung bestanden. „Denn es gibt Leute, die sich berufen fühlen, solchen Aufforderungen nachzukommen.“

Der Angeklagte hatte den Prozess durch einen Einspruch gegen einen zunächst erlassenen Strafbefehl in Höhe von 1920 Euro erzwungen. Die darin verhängten 160 Tagessätze bestätigte das Gericht nun, ging aber von einem anderen Einkommen aus. Die Höhe der Tagessätze wurde von je 12 auf 30 Euro verändert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von RND/dpa

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