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Panorama Fahrrad mit Benzinmotor bei Tempo 80 gestoppt
Nachrichten Panorama Fahrrad mit Benzinmotor bei Tempo 80 gestoppt
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18:00 22.05.2018
Bastel-Arbeit: Dieses Fahrrad mit Benzinmotor stoppte die Polizei Dortmund bei Tempo 80. Quelle: Polizei Dortmund
Dortmund

Die Szene an sich hatte schon Sketch-Reife. Während die verdutzte Streifenwagenbesatzung dem Radfahrer hinterher schaute, überfuhr der eine rote Ampel. Daraufhin nahm die Polizei die Verfolgung auf. Der „Radfahrer“ beschleunigte bis auf Tempo 80, wurde aber trotzdem von den Beamten gestellt.

Nachdem die normalen Ermittlungsvorgänge abgeschlossen waren, liefen Dortmunds Ordnungshüter nochmals zu großer Form auf, indem sie die folgende Presseerklärung veröffentlichten: „Eine Streifenwagenbesatzung traute gestern Abend (21. Mai, 20.10 Uhr) in Dortmund-Barop an der Stockumer Straße den eigenen Augen nicht, als ein ‚Fahrrad’ mit der Geräuschentwicklung eines Phantomabfangjägers und der Geschwindigkeit eines Düsenschlittens (analog Modell 74 Z ,Starwars’) an ihrem Streifenwagen ,vorbeiflog’. Zunächst überfuhr die eigenartige Konstruktion eine rotzeigende Ampel an der Stockumer Straße/Baroper Bahnhofstraße, womit deren Fahrzeugführer die ungeteilte Aufmerksamkeit der Polizisten auf sich zog.“

Frisiertes Fahrrad fährt der Polizei davon

Mit bis zu 80 km/h ist ein 19-Jähriger mit seinem Fahrrad an einem Streifenwagen vorbeigerauscht. Laut der Polizei NRW Dortmund hatte das Rad "die Geräuschentwicklung eines Phantomabfangjägers". 🚴‍♂️💨🚓

Gepostet von RND - RedaktionsNetzwerk Deutschland am Dienstag, 22. Mai 2018

Bergauf schaffte der Fahrer 50 km/h

In dem Duktus geht es weiter: „Die Einsatzkräfte nahmen daraufhin die Verfolgung des eigenwilligen Gefährts auf. An der ‚Bergpassage’ der Stockumer Straße in Richtung Rüpingsbach zeigte der Tacho des Streifenwagens 80 km/h an. Bergauf schaffte der Fahrer auf seinem Düsenschlitten 50 km/h – ohne zu treten. Und das auch noch ohne Helm.“ Abgesehen davon, dass das Rad einen Zweitaktermotor samt Benzintank hatte, den der 19-jährige Fahrer in Eigenarbeit angebaut hatte, funktionierten auch die Bremsen nicht und die Reifen waren abgefahren. Zitat Polizei Dortmund:

„Der ‚Pilot’ des Vehikels, ein 19-Jähriger aus Witten, gab an, er habe sich über das Internet ein ‚Tuning-Paket’ bestellt. Dieses beinhaltete den 80-Kubik-Motor, Kupplung, Auspuff, Ritzel und eine Kette. Die Montage erfolgte im ‚Do it Yourself’-Verfahren. In der Hoffnung dem ganzen einen offiziellen Charakter (für den Düsenschlitten) zu verleihen, lieh sich der 19-Jährige bei einem Kumpel noch ein Versicherungskennzeichen. Einen Führerschein besitzt der Wittener aber trotzdem nicht.“

Fahrer wollte mit seinem „Düsenschlitten“ sogar zum TÜV

Dass derlei Gefährt nicht zugelassen ist, habe er sich schon gedacht, so der 19-Jährige. Dennoch wollte er seinen „Düsenschlitten“ dem TÜV vorführen. Ergebnis der filmreifen Geschichte – im O-Ton der Polizei:

„Gegen den 19-Jährigen wird auf Grund des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Kennzeichenmissbrauch und Kraftfahrzeugsteuergesetz ermittelt. Demnach wird jetzt noch für einige Zeit bergan beim echten Tritt in die Pedale geschwitzt.“

Der 19-Jährige ist übrigens nicht der erste Bastler, der der Polizei ins Netz ging. Erst im April gab es in Mecklenburg-Vorpommern einen ähnlichen Fall.

Von dk/RND

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