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Fast 400 Radfahrer auf deutschen Straßen tödlich verunglückt

Unfälle Fast 400 Radfahrer auf deutschen Straßen tödlich verunglückt

Radfahren ist in Mode - und in den chronisch staugeplagten Städten kommt man auf zwei Rädern häufig am schnellsten voran. Aber Radeln ist nicht ungefährlich.

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Mehr als die Hälfte der getöteten Radler war älter als 64 Jahre.

Quelle: Emily Wabitsch/Archiv

Wiesbaden. Auf Deutschlands Straßen sind im vergangenen Jahr 396 Fahrradfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen, das entspricht 12 Prozent aller Verkehrstoten. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden 77 900 Fahrradfahrer verletzt, davon 14 500 schwer.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der tödlich verunglückten Radler um 42, die der verletzten um etwa 6000.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr ungefähr 85 000 Fahrradfahrer in Verkehrsunfälle verwickelt gewesen, sagte Destatis-Experte Gerhard Kraski. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der tödlichen Fahrradunfälle passierten innerorts.

Die Zahl der Verletzten dürfte nach Einschätzung von Siegfried Brockmann, Unfallforscher der Versicherer, noch wesentlich höher liegen. Nicht von jedem Unfall mit verletzten Radfahrern erfahre die Polizei, und viele Betroffene behandelten eine Schramme selbst. Brockmann geht davon aus, dass die Zahl der verletzten Radfahrer vier Mal höher ist als in der amtlichen Statistik ausgewiesen.

Angesichts des rasant gewachsenen Fahrradverkehrs sieht Brockmann aber Erfolge: 1970 waren nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen noch 1835 Radfahrer tödlich verunglückt, seitdem gibt es einen sinkenden Trend. "Im Grunde sind die Zahlen der Ausweis einer erfolgreichen Infrastrukturentwicklung", sagte der Unfallforscher. Aber es sei noch viel zu tun: Es müssten mehr Radwege und Radstreifen gebaut und Kreuzungen übersichtlicher werden. "Es ist wichtig, dass sich Radfahrer und Autofahrer sehen."

An die Radler appellierte Brockmann, sich an Regeln zu halten. "Radfahrer sind umwegsensibel" - sie führen häufig in falscher Richtung auf Radwegen, um ihren Weg abzukürzen. "Das ist eine Begründung, aber keine Entschuldigung", sagte Brockmann.

Dass im vergangenen Jahr über die Hälfte (57 Prozent) der tödlich verunglückten Radfahrer mindestens 65 Jahre alt war, ist aus der Sicht des Unfallforschers keine Überraschung. Verletzungen, die bei einem jungen Menschen verheilen, seien bei alten häufig tödlich. Und alte Menschen stürzten ungelenker. Ein Helm sei deshalb für Senioren noch wichtiger als für alle anderen.

dpa

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