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Panorama Pilot bittet den Tower verzweifelt um Hilfe
Nachrichten Panorama Pilot bittet den Tower verzweifelt um Hilfe
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11:35 01.12.2016
Bei dem Absturz starben 71 Menschen, darunter 19 Fußballer und 20 Journalisten, die das Team begleiteten. Quelle: afp
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Medellín

Die Hinweise, dass fehlender Treibstoff die Ursache für den tragischen Flugzeugabsturz des brasilianischen Fußballteams Chapecoense war, verdichten sich immer mehr. Das soll aus einem zwölfminütigen Mitschnitt hervorgehen, der den Funkverkehr zwischen mehreren Piloten und dem Tower des kolumbianischen Flughafens bei Medellín wiedergibt. Der Sender „W Radio“ veröffentlichte die Aufnahme.

Demnach sagte der Pilot, dass der Treibstoff knapp werde. Da er aber zunächst keinen Notfall angegeben habe, sei erst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis gegeben worden. Dann habe sich der Pilot wieder gemeldet: „Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt.“

Anschließend seien die Meldungen immer verzweifelter geworden, und das Flugzeug habe zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe verloren: „Vectores, Vectores, Señorita“, soll der Pilot der Frau im Tower zugerufen haben.

Angeblich sollte das Flugzeug zwischenlanden

Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert – eine überlebende Stewardess hatte auch von ausgefallenem Licht berichtet – habe er dringend um eine Navigation Richtung Landepiste gebeten. Dann soll der Kontakt abgebrochen sein. In der Aufnahme ist eine Stimme zu hören, die sagt: „Keine Antwort mehr“.

Bolivianische Medien berichteten außerdem, das Flugzeug hätte zwischen dem Start im bolivianischen Santa Cruz und der Landung im kolumbianischen Medellín noch einmal in Bogotá zwischenlanden und tanken müssen. Der Pilot sei aber der Meinung gewesen, dass der Treibstoff reiche. Die Medien beriefen sich auf den Vertreter der Fluggesellschaft Lamia, Gustavo Vargas.

Die Chartermaschine vom Typ British Aerospace 146 war in der Nacht zum Dienstag in den Bergen im Nordwesten Kolumbiens abgestürzt. Das Flugzeug hatte zuvor einen Notruf abgesetzt. Laut einem Sprecher der Luftfahrtbehörde gab es Hinweise auf Fehler in der Bordelektronik.

Experten vertraten allerdings bereits am Dienstag die Ansicht, dass auch Treibstoffmangel als Unglücksursache in Betracht komme. „Es ist sehr verdächtig, dass es trotz des Aufpralls keine Explosion gab“, sagte ein Vertreter des kolumbianischen Militärs.

Das Flugzeug vom Typ Avro RJ85 war im bolivianischen Santa Cruz gestartet und hatte ohnehin nur in etwa die Reichweite bis nach Medellín. Es stürzte an einem Berg in der Nähe des Flughafens ab. 71 Menschen starben, sechs wurden lebend geborgen – bei drei von ihnen ist der Zustand kritisch.

Von RND/dpa/afp

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