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Panorama Festgenommener im Fall Bögerl wieder frei
Nachrichten Panorama Festgenommener im Fall Bögerl wieder frei
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14:01 06.04.2017
Vor sieben Jahren wurde die Bankiersfrau Maria Bögerl entführt. Die Polizei suchte in einem Wald bei Heidenheim nach ihr. Quelle: dpa
Wiesbaden

Der Tatverdacht gegen den in der vergangenen Nacht festgenommen Mannes im Mordfall der Bankiersfrau Maria Bögerl habe sich nicht erhärtet, sagte Staatsanwalt Armin Burger am Donnerstag in Ellwangen. Zuvor hatte es bereits geheißen, die gefundenen DNA-Spuren passen nicht mit dem Erbgut des Mannes überein.

Der 47 Jahre alte Mann wurde am Mittwochabend in Königsbronn im Kreis Heidenheim festgenommen. Er bestritt jedoch bisher, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Seine DNA sollte zunächst mit der Erbsubstanz verglichen werden, die im Auto der am 12. Mai 2010 entführten und umgebrachten Bankiersgattin Maria Bögerl gesichert worden war. Dieser Test ist nun negativ ausgefallen.

Einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle Deutschlands

Der Fall ist einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle in Deutschland: Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt und umgebracht worden. Die Täter verlangten 300.000 Euro. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte, Anfang Juni fand ein Spaziergänger dann die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl, zweifache Mutter, war erstochen worden.

Kurz zuvor war die Geldübergabe an die Entführer gescheitert. Ehemann Thomas Bögerl hatte einen schwarzen Plastiksack mit 300.000 Euro am vereinbarten Ort abgelegt, einer Autobahnausfahrt, und mit einer Deutschlandfahne markiert. Das Geld wurde jedoch nie abgeholt und am nächsten Morgen versehentlich entsorgt. Bögerls Ehemann und die beiden Kinder Carina und Christopher hatten sich daraufhin mit einem verzweifelten Appell an die Öffentlichkeit gewandt.

Infolge der Ermittlungen geriet Ehemann Thomas Bögerl dann selbst unter Verdacht. Er war zur Lösegeldübergabe zu spät gekommen, das machte ihn anscheinend verdächtig. Die Anschuldigungen konnten jedoch nie bewiesen werden. Thomas Bögerl, der infolge des Mordes an einer schweren Depression erkrankte, jedoch nahm sich 14 Monate nach der Tat das Leben. Die Kinder erhoben daraufhin schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden.

Der nun festgenommene Verdächtige hatte im Juli 2016 im westfälischen Hagen in betrunkenem Zustand zwei Männer angesprochen, den Fall erwähnt und dabei tatrelevante Angaben gemacht. Ganz konkret sagte er, er habe Maria Bögerl erstochen. Die beiden jungen Männer hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und die Polizei alarmiert.

Mit Phantombild und Stimmprobe hatten die Ermittler bundesweit nach dem Mann gesucht. „Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein“, sagte der leitende Ermittler Michael Bauer von der Polizei in Ulm am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Am Ende der Sendung hieß es bereits, es habe „eine Reihe von Hinweisen“ aus dem TV-Publikum gegeben, erste Überprüfungen konkreter Personen seien bereits am Abend angelaufen.

Von RND/dpa