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Panorama Feuerquallen: Mehr als 90 Verletzte an Mecklenburgs Küste
Nachrichten Panorama Feuerquallen: Mehr als 90 Verletzte an Mecklenburgs Küste
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15:53 30.07.2018
Feuerquallen treten derzeit vermehrt an Mecklenburgs Küste auf. Diese Exemplare wurden vor Heiligendamm entdeckt. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

„Am Sonnabend war es extrem“, sagt Benjamin Wehner. Er ist Wachdienstleister bei der Wasserwacht in Bad Doberan und so oft wie in den vergangenen Tagen mussten seine Rettungsschwimmer lange nicht mehr Erste Hilfe leisten. Der Grund: Feuerquallen. Der Ost- und Nordostwind der vergangenen Tage hat die wirbellosen Tiere zu Zehntausenden aus den Tiefen der Ostsee an die Strände Mecklenburgs befördert. Allein in Heiligendamm kamen nach Angaben der Wasserwacht 90 Menschen mit den giftigen Tentakeln der Quallen in Berührung.

Lage von Tag zu Tag unterschiedlich

Auch in der Ostsee zwischen Hohe Düne und Markgrafenheide sind am Sonnabend etliche Feuerquallen durch den Wind in Küstennähe getrieben worden und haben mehreren Badegästen den Badespaß verdorben. Sven Rhode, Urlauber aus Thüringen, stand nur knietief im Wasser, als er am Oberschenkel von einer Tentakel getroffen wurde. Sofort verspürte er einen brennenden Schmerz und lief ganz aufgeregt aus dem Wasser. „Ist das giftig oder gefährlich?“, erkundigte er sich bei Einheimischen. Die gaben Entwarnung. Für den jungen Mann war der Strandtag gelaufen, zerknirscht packte er seine Badesachen zusammen: „Wenn man bei der Hitze nicht baden gehen kann, braucht man auch nicht am Meer sein“, sagt er.

Am Montag hingegen waren in Warnemünde keinerlei Feuerquallen mehr im Wasser zu sehen: „Die Lage kann sich jeden Tag ändern. Je nach Wetter-, Wind- und Strömungslage“, so Manuel Brumme, Einsatzleiter der Rostocker Wasserwacht. „Wir raten daher allen Badenden unbedingt auf die Hinweise der Rettungsschwimmer zu achten.“ Dass Badegäste an anderen Stränden in Mecklenburg in den vergangenen Tagen immer öfter schmerzhaften Kontakt mit Feuerquallen hatten, wissen auch die Rettungsschwimmer der DLRG-Station in Timmendorf auf Poel.

Experte: Quallen wachsen derzeit schneller

Feuerquallen – der lateinische Name lautet Cyanea capillata – sind in der Ostsee heimisch. „Aber eigentlich bevorzugen sie tiefere, kühlere Wasserschichten“, so Dr. Ulrich Bathmann, Meeresbiologe und Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW). Der Wind der vergangenen Tage habe aber das Wasser aus den tieferen Schichten in Richtung Küste gedrückt. In diesem Jahr sei die Ostsee zudem „sehr warm“ – und das führe dazu, dass die Quellen schneller wachsen. Die Feuerquallen leben von kleinen Fischen und Krebsen. Wenn die Beute die Tentakeln der Qualle berührt, schießen aus den so genannten Nesselzellen winzige Pfeile in die Opfer und injizieren ein Gift. „Mit den Tentakeln führt die Qualle ihre Beute dann zu ihrem Mund an der Unterseite ihres Schirmes“, so Bathmann.

Während die häufigsten Quallen-Art der Ostsee, die Ohrenquallen, für Menschen absolut harmlos sei, könne das Gift der Feuerqualle auch durch die menschliche Haut dringen: „Das ist unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich“, so Bathmann. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) empfiehlt, bei größeren Quallen-Sichtungen nicht im Meer zu baden. Wer doch in Kontakt mit den Tieren kommt, sollte die Nesseln mit Salzwasser abspülen. „Wir raten, nassen Strandsand aufzutragen und dann abzukratzen – zum Beispiel mit einer Kreditkarte. Danach hilft es, die betroffenen Stellen mit einem nassen Handtuch zu kühlen“, so Manuel Brumme.

Von Andreas Meyer/OZ/RND

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