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Panorama Freiburger Mordfall: Griechenland rechtfertigt sich
Nachrichten Panorama Freiburger Mordfall: Griechenland rechtfertigt sich
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10:31 15.12.2016
Blumen und Grablichter an der Stelle, wo die Freiburger Studentin ermordet wurde. Quelle: dpa
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Freiburg

Im Fall der in Freiburg getöteten Studentin hat die Polizei eine Verbindung zu einem Gewaltverbrechen 2013 in Griechenland bestätigt. Der Mann, der damals verurteilt worden sei, sei der dringend Tatverdächtige im Fall der 19-jährigen Studentin, teilten die Ermittler am Donnerstag mit.

„Es handelt sich um ein und den selben Täter“, sagte eine Polizeisprecherin. Das habe ein Abgleich der Fingerabdrücke mit denen in einer griechischen Datenbank ergeben. Die Information habe das Bundeskriminalamt der Freiburger Polizei übermittelt.

Mann wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt

Bei dem jungen Mann handelt es sich um einen Flüchtling aus Afghanistan, der 2015 nach Deutschland kam. Ihm wird zur Last gelegt, Mitte Oktober eine 19 Jahre alte Studentin in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Bereits am Dienstag hatte die griechische Rechtsanwältin Maria-Eleni Nikolopoulou den Mann als ihren Mandanten aus einem Prozess wegen einer früheren schweren Straftat gegen eine Frau identifiziert.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wurde der Mann im Februar 2014 in Griechenland zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er 2013 eine Frau überfallen und eine Klippe hinunter gestoßen hatte. Die Frau wurde demnach schwer verletzt, Der Täter aber nach kurzer Zeit wieder aus der Haft entlassen.

BDK: Eklatantes Versagen griechischer Behörden

Davon wussten die deutschen Sicherheitsbehörden offenbar nichts – und deshalb stehen die griechischen Behörden in der Kritik. Sie sollen den Mann nur innerhalb des Landes, nicht aber international zur Fahndung ausgeschrieben haben. Weder Interpol noch das Schengener Informationssystem (SIS) seien alarmiert worden, obwohl er Griechenland kurz nach seiner Haftentlassung trotz Meldeauflagen verließ, berichtete auch die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Auf Anfrage habe die Behörde mitgeteilt, deutsche Sicherheitsstellen stünden „in Kontakt mit den Behörden in Griechenland, um den Sachverhalt aufzuklären“.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sprach von einem „eklatanten Versagen“ griechischer Behörden. Da die Daten des flüchtigen Afghanen nicht in das SIS eingetragen worden seien, sei er nicht als gesuchter Straftäter identifiziert worden, als er im November 2015 auf dem Bundespolizei-Revier Freiburg Asyl beantragte. „Hätten die Griechen ihn zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, wäre er uns auch aufgefallen“, sagte BDK-Chef André Schulz der „Bild“.

Griechische Behörden rechtfertigen sich

Auch der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka kritisierte das Verhalten der griechischen Stellen. Sollte sich der Sachverhalt so bestätigen, „stellt sich vor allem die Frage, wieso ein verurteilter schwerer Gewalttäter bereits nach so kurzer Zeit aus der Haft entlassen wird und dann auch noch das Land verlassen kann“, sagte Lischka der „Rheinischen Post“. Den griechischen Behörden müsse man dann Vorsatz unterstellen.

Derartige Vorwürfe lässt die griechische Seite nicht gelten. „Die Freilassung war legitim und völlig gesetzeskonform“, sagte der Generalsekretär des griechischen Justizministeriums, Eftyxis Fytrakis, der „Bild“-Zeitung: „Sein Betragen war exzellent. Er besuchte die Schule in der 6. und 7. Klasse, leistete 581 Tage freiwillige Arbeit ab.“

Von dpa/afp/RND

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