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Panorama Gang soll Jugendlichen gekidnappt und gequält haben
Nachrichten Panorama Gang soll Jugendlichen gekidnappt und gequält haben
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17:07 24.02.2017
Wegen erpresserischen Menschenraubs hat die Polizei drei Mitglieder der kriminellen Gang „Saat des Bösen“ verhaftet (Symbolbild). Quelle: Patrick Seeger
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Suhl

Die Polizei hat drei Mitglieder der kriminellen Gang „Saat des Bösen“ festgenommen. Sie sollen einen 17-Jährigen in Suhl gefesselt und gequält haben. Demnach wurde der junge Mann im Dezember mehrere Wochen lang in einer Wohnung gefangen gehalten, mit einem Messer bedroht und verletzt sowie an einigen Körperteilen mit brennbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Ihm gelang es später, sich der Polizei zu offenbaren.

Im Zuge der Ermittlungen wurde Haftbefehl gegen drei Männer im Alter von 18, 21 und 23 Jahren erlassen – der 23-Jährige sei als Intensivtäter bekannt, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die drei verdächtigen Männer sitzen in Untersuchungshaft. Außerdem werde gegen mindestens fünf weitere Personen ermittelt, die an Straftaten beteiligt oder die Tatverdächtigen unterstützt haben sollen.

Mutmaßlicher Täter legt Geständnis ab

Wenige Tage nachdem sich das Opfer bei der Polizei gemeldet hatte, habe sich der 18-Jährige gestellt, hieß es. Er habe ein Geständnis auch zu weiteren Straftaten abgelegt. Sein 21 Jahre alter, mutmaßlicher Komplize hat sich laut Polizei über mehrere Wochen in einer Wohnung versteckt. Er habe sich nach seiner Festnahme nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Am vergangenen Mittwoch sei es nun mit Hilfe von Spezialkräften des Landeskriminalamtes gelungen, den 23-Jährigen mutmaßlichen Haupttäter festzunehmen. Er hat nach Angaben der Polizei offenbar seine Stellung in der Hierarchie der Bande ausgenutzt, um Bandenmitglieder zu Straftaten zu nötigen. Dabei gehe es um Diebstahl, Drogendelikte und Erpressung.

„Saat des Bösen“ entstand im Gefängnis

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Trio von weiteren Helfern unterstützt wurde, die ihnen etwa ihre Wohnungen als Versteck zur Verfügung stellten oder Informationen lieferten. Die Schilderungen des Opfers zum Tatablauf bewerten die Ermittler als schlüssig und berufen sich dabei auch auf eine rechtsmedizinische Begutachtung seiner Verletzungen.

Die Gruppe „Saat des Bösen“ fällt immer wieder durch Straftaten in Thüringen auf. Entstanden ist sie in den Jahren zwischen 2006 und 2009 im damaligen Jugendgefängnis Ichtershausen. Nach der Entlassung des Anführers entwickelte sich die Gruppe in Suhl weiter und breitete sich thüringenweit aus.

Von dpa/RND

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