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Panorama Geflügelpest: 30.000 Tiere werden getötet
Nachrichten Panorama Geflügelpest: 30.000 Tiere werden getötet
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15:20 12.11.2016
Mittlerweile wurde die Geflügelpest in drei Betrieben nachgewiesen, unter anderem auf einem Bauernhof in Lübeck-Ivendorf (Schleswig-Holstein).   Quelle: dpa
Berlin

In einem Hühnerbetrieb mit rund 30.000 Tieren im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Geflügelpest ausgebrochen. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), habe am Samstag den hochpathogenen Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen, teilte das Agrarministerium mit. Alle Tiere müssten nun getötet werden.

Am Freitag hatte sich der Verdacht auf das hochansteckende H5N8-Virus auf einem Hühnerhof im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) bestätigt. Der dritte derzeit bekannte Ausbruch der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie in einer Geflügelhaltung wurde in einem Putenhof in Lübeck-Ivendorf (Schleswig-Holstein) festgestellt.

Ausweitung der Stallpflicht-Zonen

An der aggressiven H5N8-Variante verendete Wildvögel wurden bisher in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Die Behörden reagierten mit einer massiven Ausweitung der Stallpflicht-Zonen vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen. Damit soll eine Ansteckung über Kot oder verunreinigtes Wasser verhindert werden.

Angesichts der Ausbreitung der Geflügelpest hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Samstagmorgen einen Krisenstab einberufen. Es bedürfe „schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen“, erklärte der Minister.

H5N8 gilt als gefährliche Virus-Variante

Im Zentralen Krisenstab Tierseuchen sind Experten von Bund und Ländern sowie Staatssekretäre versammelt. Sie sollen Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung der Vogelgrippe bündeln und alles tun, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wie Minister Schmidt mitteilte. Die Leitung des Krisenstabs hat sein Staatssekretär Hermann Onko Aeikens.

Vogelgrippe wird von verschiedenen Subtypen des Influenza-A-Virus ausgelöst. Experten sprechen nur bei gefährlichen Varianten wie H5N8 von Geflügelpest. Diese können in Geflügelbetrieben verheerend wüten. H5N8 befiel bereits 2014 viele Betriebe in Europa.

Bestimmte Vogelgrippestämme können auch bei Menschen zu schweren Erkrankungen führen – vor allem der gefürchtete Subtyp H5N1, dem schon mehr als 400 Menschen erlagen, aber auch der Typ H7N9. H5N8 gehört nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht dazu.

Von afp/dpa/RND

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