Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Gruselige Entdeckungen im Haus von Silvio S.

Prozesse Gruselige Entdeckungen im Haus von Silvio S.

Was die Polizei beim mutmaßlichen Mörder von Elias und Mohamed fand, klingt nach einem Horrorfilm. Menschenpuppen, SM-Zubehör und lauter Zeitungsausschnitte mit winzigen Kinderköpfen. Das bizarre Protokoll.

Voriger Artikel
Feuer in Busdepot richtet Millionenschaden an
Nächster Artikel
"Held des Tages": Flüchtling gibt gefundenes Vermögen ab

Der Angeklagte Silvio S. versteckt während des Prozessbeginns sein Gesicht.

Quelle: Bernd Settnik

Potsdam. Lebensecht aussehende Kinderpuppen, rosa Prinzessinnenkleider, Fesselwerkzeug und ein Teddy mit Kameraaugen: Im Haus des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S. hat die Polizei nach seiner Festnahme bizarre Entdeckungen gemacht.

"In einer Kammer lag ein Riesenhaufen Müll, bis zur Hüfte hoch", sagte eine Polizeibeamtin beim Landgericht Potsdam im Prozess um den Tod der kleinen Jungen Elias (6) und Mohamed (4). Unzählige alte Zeitungsausschnitte hätten in dem Raum gelegen, die sie bei der Durchsuchung Stück für Stück sortiert habe.

"Da waren Massen an ausgeschnittenen Babyköpfen, Mädchenköpfen, Jungenköpfen", sagte die Zeugin. Manche seien nur zwei Zentimeter groß gewesen. "Die meisten sahen aus wie aus einer normalen Tageszeitung, wie wenn Kindertagesstätten Feierlichkeiten abgehalten haben." Das sei präzise Kleinarbeit gewesen: "Für mich war da schon klar: Er hat sich schon ziemlich lange mit dem Thema beschäftigt."

Silvio S. war im Oktober 2015 festgenommen worden. Seine Mutter hatte ihn auf Bildern einer Überwachungskamera erkannt. Er soll die kleinen Jungen nacheinander entführt und ermordet haben.

An einem einzigen Tag wurden 238 Spuren sichergestellt, darunter SM-Spielzeug und ein Sessel für Fesselspiele. Kinderkleidung gab es in großer Zahl, auch Prinzessinenkostüme. In einer Tüte eines Textildiscounters entdeckten die Beamten ein Mädchenkleid in Kindergröße, ein Kinder-Oberteil, einen verpackten Slip, eine Einwegfessel, Einmalhandschuhe und Paketschnüre.

Im Schlafzimmer des Angeklagten lagen lebensecht gestaltete Puppen von kleinen Mädchen und Babys. Unter anderem stellte die Polizei auch eine Teddy-Kamera und ein Nachtsichtgerät sicher.

Außerdem hätten dort handschriftliche Notizen mit rosa Textmarker gelegen, wie eine andere Polizistin (36) berichtete: "Mädchen, Junge, Messer, Kind besoffen machen, Fesseln, Mund zukleben, knebeln." Was das zu bedeuten habe? "Es klingt wie eine Fantasie-Anleitung", sagte die Beamtin. "Wie eine Fantasie, die man niederschreibt, um sich das zu versinnbildlichen."

Ermittler werteten das Bildmaterial aus den Kameras aus, wie die Polizistin berichtete: "Es wurde eine Bildreihe produziert, in der eine männliche Person sich auf dem Bett mit einer Puppe beschäftigt. Es gibt auch ein Bild, wo die männliche Person mit Latexmaske zu sehen ist."

Es war der fünfte Prozesstag. Am Montag soll es weitergehen. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr