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Häftlinge nach Gefängnistragödie in Mexiko verlegt

Kriminalität Häftlinge nach Gefängnistragödie in Mexiko verlegt

Ein blutiger Streit zwischen Insassen hinterlässt Dutzende Tote und rückt die katastrophalen Haftbedingungen in Mexiko in den Fokus. Bei seiner anstehenden Reise ins Land will Papst Franziskus auch ein Gefängnis besuchen.

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Die Flucht gelang nach Angaben der Polizei niemandem.

Quelle: Miguel Sierra

Mexiko-Stadt. Nach der Tragödie mit 49 Toten in einem mexikanischen Gefängnis sind Hunderte Insassen in andere Haftanstalten verlegt worden. Rund 230 Häftlinge seien während der Nacht aus dem Gefängnis Topo Chico in Monterrey abgeholt worden.

Damit wollten die Behörden offenbar die katastrophalen Bedingungen in der Anstalt im Nordosten des Landes verbessern, wie der Gouverneur des Bundesstaates Nuevo León, Jaime Rodríguez, mitteilte. Topo Chico war laut offiziellen Zahlen deutlich überbelegt.

Im Gefängnis waren 3800 Menschen inhaftiert, obwohl es nur für 2600 Häftlinge Platz bietet. Dort war es am Donnerstag zu einer Revolte zwischen rivalisierenden Gruppen gekommen. Dabei brach ein Brand aus. Die Häftlinge gingen den Behörden zufolge mit Latten, Messern und Flaschen aufeinander los.

Angehörige warfen den Sicherheitsbehörden schweres Versagen vor, weil sie das Drama nicht verhindert hätten, das als eine der schlimmsten Gefängniskatastrophen des Landes gilt. Die Zustände in dem 1943 eröffneten Gefängnis sind von Menschenrechtsgruppen immer wieder kritisiert worden. Ebenso gibt es Vorwürfe einer mangelnden Kontrolle durch die Polizei innerhalb der Gefängnismauern. Zur Sicherung des Gefängnisses sollen nun 100 zusätzliche Polizisten eingesetzt werden. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto sprach von "tragischen Ereignissen" und drückte den Angehörigen der Toten sein Beileid aus.

Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus im Land mit der zweitgrößten katholischen Bevölkerung der Welt. Er plant am kommenden Mittwoch auch, ein Gefängnis zu besuchen - in der Stadt Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA. Dort starben 2011 bei einer Gefängnis-Revolte 17 Menschen.

Der Zusammenstoß zwischen rivalisierenden Gruppen hatte in der Nacht zum Donnerstag begonnen. Auch Juan Pedro Saldívar, alias "Z-27", war an der Gewalteskalation beteiligt. Er ist einer der Köpfe des berüchtigten Verbrechersyndikats Los Zetas. Saldívar und der Rädelsführer der rivalisierenden Gruppe waren unter den Gefangenen, die am Freitag verlegt wurden.

Im Laufe des Streits war ein Feuer ausgebrochen, auf Bildern waren dichte Rauchschwaden zu sehen. Bei allen Toten handelte es sich nach Behördenangaben um inhaftierte Männer. Nach rund zwei Stunden hätten Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle bekommen. Niemandem sei die Flucht gelungen. Lange gab es keine Klarheit über die Zahl der Opfer, die mit 52 Toten zunächst falsch angegeben wurde.

Angehörige versuchten erbost, sich Zutritt zu verschaffen. "Wir wollen Informationen, nicht mehr. Wir wollen keine Lügen hören, sondern dass sie uns die Wahrheit sagen", sagte eine Frau im TV.

dpa

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